- TRADING DAY
Die Kräfte hinter den globalen Märkten verstehen
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Der S&P 500 und der Nasdaq erreichten am Freitag neue Höchststände, bevor sie nach einem Bericht abkühlten, laut dem US-Präsident Donald Trump auf einen Mindestzoll von 15-20% auf Waren aus Europa drängt.
Dennoch legten die Wall Street und die meisten globalen Leitindizes in dieser Woche zu, da positive US-Konjunkturdaten die erhöhte Unsicherheit im Handel sowie Trumps verschärfte verbale Angriffe auf Fed-Chef Jerome Powell mehr als ausglichen.
Die wichtigsten Marktentwicklungen dieser Woche
* S&P 500, Nasdaq und MSCI All Country Indizes erreichten am Freitag allesamt Rekordhöhen.
* Investoren setzten groß auf Big Tech. Der Technologieindex des S&P 500 stieg in der Woche um 2% und brachte die Gewinne seit dem Liberation Day auf 55%.
* Der japanische Yen fiel auf den schwächsten Stand seit dem 2. April (Liberation Day) und lag nur noch 1 Yen von der Marke von 150,00 pro US-Dollar entfernt.
* Bitcoin erreichte ein neues Hoch über 123.000 US-Dollar, fiel aber im Wochenverlauf um 1% - nach einem Anstieg von 9% in der Vorwoche vielleicht keine große Überraschung.
* Platin setzte seine bemerkenswerte Rally fort und stieg um weitere 2% auf ein neues 11-Jahres-Hoch. In zwei Monaten liegt das Plus bei über 50%.
Eine weitere turbulente und ereignisreiche Handelswoche endete am Freitag mit einem ruhigeren Ton, wobei der Handel und die massiven Zölle der Trump-Regierung gegenüber wichtigen Handelspartnern erneut im Fokus der Anleger standen.
Trumps Forderung nach einem Mindestzoll von 15-20% auf Importe aus der Europäischen Union, wie die Financial Times berichtet, erinnert daran, dass die globalen Handelskonflikte weiterhin bestehen und das Wachstum belasten sowie die Inflation anheizen könnten.
Im globalen Handelsstreit bleibt auch Trumps sich zuspitzender Konflikt mit Brasilien in der kommenden Woche zu beobachten, während US-Finanzminister Scott Bessent am Wochenende in Japan ist.
Die Ökonomen der Ratingagentur Fitch haben am Freitag ihre Prognose für den effektiven US-Zollsatz von 14,1% auf 19,4% angehoben. Es bleibt weiterhin unklar, wer letztlich die Zölle tragen wird - doch Abgaben in dieser Höhe werden nicht ohne Folgen bleiben.
Neben dem Handel richten Anleger ihren Blick in der kommenden Woche auf die US-Unternehmensbilanzen - mehr als ein Fünftel der S&P 500-Konzerne berichten über ihre Ergebnisse - sowie auf die geldpolitische Entscheidung der Europäischen Zentralbank.
Chart der Woche
Nach den jüngsten japanischen Inflationsdaten vom Freitag und im Vorfeld der möglicherweise entscheidenden Oberhauswahl am Sonntag lohnt sich ein Blick darauf, wie sehr die japanischen Realzinsen im internationalen Vergleich aus dem Rahmen fallen.
Der inflationsbereinigte Leitzins der Bank of Japan liegt bei fast -3%. Die Notenbank will die Zinsen weiter anheben - doch das ist alles andere als einfach.
Die Wahl am Sonntag könnte den Weg für eine Welle öffentlicher Ausgaben und Steuersenkungen ebnen, was die ohnehin schwachen Staatsfinanzen des Landes weiter belasten und den Yen noch mehr schwächen dürfte.
Gleichzeitig sind die langfristigen Anleiherenditen bereits so hoch wie nie zuvor. Eine weitere Zinserhöhung und steigende Anleiherenditen könnten das Wachstum negativ beeinflussen - möglicherweise mit gravierenden Folgen.
Die Entscheidungsträger stehen vor einem Dilemma.
Hier einige der besten Lektüretipps dieser Woche:
1. America's Budget Blinders and Blunders - James K. Galbraith
2. Für eine globale Rolle des Euro muss die EU ihren Ambitionen Taten folgen lassen - Cinzia Alcidi
3. Das Milliardärsteuer-Problem Großbritanniens - Will Dunn
4. Wer profitiert von der Dominanz des US-Dollars? - Mona Ali
5. Trumps Zoll-Drohung gegen Brasilien könnte Lula politisch stärken - Andre Pagliarini
Was könnte die Märkte am Montag bewegen?
* Reaktion des japanischen Marktes auf die Oberhauswahl
* Verbraucherpreisinflation in Taiwan (Juni)
* Verbraucherpreisinflation in Neuseeland (Q2)
* Erzeugerpreisinflation in Kanada (Juni)
Die geäußerten Meinungen sind die des Autors und spiegeln nicht die Ansichten von Reuters News wider, das sich nach den Trust Principles zu Integrität, Unabhängigkeit und Unvoreingenommenheit verpflichtet.
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