Der Sprecher des bewaffneten Flügels der Hamas erklärte am Freitag, dass die Gruppe zwar eine vorübergehende Waffenruhe im Gaza-Krieg befürwortet, jedoch im Falle eines Scheiterns der aktuellen Verhandlungen wieder auf einer umfassenden Lösung zur Beendigung des Konflikts bestehen könnte.

Hamas habe wiederholt angeboten, alle in Gaza festgehaltenen Geiseln freizulassen und ein dauerhaftes Waffenstillstandsabkommen abzuschließen, aber Israel habe dies abgelehnt, fügte Abu Ubaida in einer Fernsehansprache hinzu.

Arabische Vermittler Katar und Ägypten, unterstützt von den Vereinigten Staaten, haben über zehn Tage lang Gespräche über einen von den USA unterstützten Vorschlag für eine 60-tägige Waffenruhe in dem vom Krieg verwüsteten palästinensischen Gebiet geführt.

Israelische Regierungsvertreter waren am Vorabend des jüdischen Sabbats für eine Stellungnahme nicht sofort erreichbar.

Das Büro des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu erklärte in einer Mitteilung zu einem Telefongespräch mit Papst Leo am Freitag, dass Israels Bemühungen um eine Geiselbefreiung und eine 60-tägige Waffenruhe "bisher von der Hamas nicht erwidert wurden".

Im Rahmen des möglichen Abkommens würden zehn in Gaza festgehaltene Geiseln sowie die Leichname von 18 weiteren über einen Zeitraum von 60 Tagen freigelassen. Im Gegenzug wäre Israel bereit, eine Anzahl palästinensischer Gefangener zu entlassen.

"Wenn der Feind stur bleibt und sich dieser Verhandlungsrunde entzieht, wie er es jedes Mal zuvor getan hat, können wir eine Rückkehr zu Teilabkommen oder den Vorschlag der Freilassung von zehn Geiseln nicht garantieren", sagte Abu Ubaida.

Uneinigkeit besteht weiterhin über Karten des israelischen Truppenrückzugs, Mechanismen zur Lieferung von Hilfsgütern nach Gaza und Garantien dafür, dass eine Waffenruhe tatsächlich zum Ende des Krieges führt, sagten zwei Hamas-Vertreter am Freitag gegenüber Reuters.

Die Gespräche hätten bei den diskutierten Themen bislang keinen Durchbruch erzielt, fügten die Beamten hinzu.

Hamas betont, dass jede Einigung zum Ende des Krieges führen muss, während Netanjahu erklärt, der Krieg werde erst enden, wenn die Hamas entwaffnet und ihre Führung aus Gaza vertrieben sei.

Laut den Gesundheitsbehörden in Gaza hat Israels Militaerkampagne mehr als 58.600 Palästinenser das Leben gekostet.

Fast 1.650 Israelis und ausländische Staatsangehörige kamen infolge des Konflikts ums Leben, darunter 1.200 Menschen beim Hamas-Angriff auf Südisrael am 7. Oktober 2023, wie israelische Angaben zeigen.