Der zweitgrößte Investor der Banca Monte dei Paschi di Siena (MPS) warnte am Donnerstag davor, dass die Bank bei einer künftigen Fusion Gefahr laufe, von der Banco BPM 'aufgesaugt' zu werden, und forderte das Institut auf, seine Beteiligung am Versicherer Generali nicht zu veräußern.

Francesco Gaetano Caltagirone, ein 83-jähriger Milliardär, der 10,2 % an MPS hält, äußerte sich in einem Interview mit dem Corriere della Sera, nachdem er im vergangenen Monat gegen die Wiederwahl von CEO Luigi Lovaglio gestimmt hatte.

Caltagirone, der Premierministerin Giorgia Meloni nahesteht, gilt als eine der einflussreichsten Persönlichkeiten im italienischen Finanzwesen und hält unter anderem Anteile an Generali.

Die Intervention Caltagirones verdeutlicht die wachsenden Spannungen über den künftigen Kurs von MPS, während Rom auf eine Konsolidierung in der fragmentierten italienischen Bankenlandschaft drängt.

Sein Widerstand gegen einen potenziellen Zusammenschluss mit der Banco BPM sowie gegen jeglichen Verkauf der Generali-Anteile unterstreicht das Unbehagen der Aktionäre gegenüber Lovaglios Plänen. Dies könnte die Bemühungen um eine Fusion erschweren, die als entscheidend für die langfristige Zukunft der Bank angesehen wird.

Caltagirone erklärte, er hoffe, dass Lovaglio sich der Notwendigkeit eines MPS-Chefs anpassen könne, der in der Lage sei, Konsens zu schaffen und eine klare langfristige Strategie festzulegen.

'Er hat hart gearbeitet, aber es gibt keinen Mann für alle Fälle. Ich hoffe, er kann sich wandeln', sagte er.

Er warnte, dass das Aktionärsvotum des letzten Monats dazu führen könnte, dass MPS bei einer Fusion von der Banco BPM 'absorbiert' werde, wobei der Hauptsitz der kombinierten Gruppe wahrscheinlich in Mailand statt in Siena liegen würde.

Die Banco BPM ist bereits Investor bei MPS, und ein Zusammenschluss der beiden Institute wird seit langem in Betracht gezogen.

Caltagirone, der aus Sizilien stammt und sein Wirtschaftsimperium in Rom aufgebaut hat, beklagte, dass die großen italienischen Banken zu stark im Norden konzentriert seien.

Im vergangenen Jahr unterstützte er die Übernahme der in Mailand ansässigen Mediobanca durch MPS, wodurch die Bank in den Besitz des Generali-Anteils gelangte.

Caltagirone gab an, er habe sich gegen die von Lovaglio angestrebte vollständige Fusion von Mediobanca und MPS ausgesprochen. Zudem stellte er die Ansicht des CEO infrage, wonach die 13-prozentige Beteiligung an Generali für die Bank nicht wesentlich sei.

Große italienische Kreditinstitute seien aufgrund potenzieller Partnerschaften und der günstigen Eigenkapitalbehandlung von Versicherungsbeteiligungen an Generali interessiert, sagte er.

'Wenn alle großen Banken sie wollen, verstehe ich nicht, warum diejenige, die sie bereits besitzt, sie verkaufen sollte', so Caltagirone.