Der Anschluss an das elektrische Übertragungssystem der USA ist zum größten Problem für die Stromversorgung von Google-Rechenzentren geworden, da die Wartezeiten für einen Anschluss in einigen Teilen des Landes inzwischen auf mehr als ein Jahrzehnt ansteigen. Das sagte ein Energie-Manager von Google am Mittwoch.

Die weltweit größten Technologieunternehmen stoßen bei ihrem Wettlauf um den Zugang zu enormen Strommengen für den Ausbau energieintensiver Rechenzentren, die zunehmend für das Training und den Einsatz künstlicher Intelligenz genutzt werden, auf die Realitäten des langsam agierenden Stromsystems des Landes.

„Übertragungsbarrieren sind die größte Herausforderung, die wir im Netz sehen“, sagte Marsden Hanna, Global Head of Sustainability and Climate Policy bei Google, auf einer Veranstaltung des American Enterprise Institute.

„Ein Versorgungsunternehmen hat uns gesagt, dass es 12 Jahre dauern würde, um den Zeitplan für die Netzanbindung zu prüfen, was ziemlich verrückt ist, aber genau das erleben wir“, so Hanna.

Um die Wartezeiten zu verringern, müsse das Land laut Hanna die Genehmigungsverzögerungen für neue Übertragungsleitungen angehen, und die Versorgungsunternehmen sollten Technologien einsetzen, die den Stromfluss im bestehenden System erhöhen, zusammen mit weiteren Maßnahmen.

Google prüft derzeit Modelle, die als Co-Location bezeichnet werden und dem Unternehmen helfen könnten, einige der Wartezeiten zu umgehen, indem Rechenzentren direkt neben Kraftwerken errichtet werden. Bei solchen Co-Location-Arrangements kann das Übertragungssystem ganz umgangen werden, wodurch die langen Wartezeiten für den Anschluss entfallen.

„Das ist die Strategie, die wir mit Co-Location verfolgen, und wir hoffen, dass diese Anlagen irgendwann an das Netz angeschlossen werden können“, sagte Hanna. Grundsätzlich bevorzuge es Google, an das Stromnetz angeschlossen zu werden.

Co-Location ist ein komplexes und umstrittenes Thema, das Fragen darüber aufwirft, wer die Kosten solcher Arrangements trägt und was es bedeutet, wenn Strom aus einem bestehenden Kraftwerk für einen einzelnen Kunden abgezweigt wird.

Das Thema Co-Location wird derzeit von bundesstaatlichen und regionalen Regulierungsbehörden behandelt, die Leitlinien zu den Kosten- und Zuverlässigkeitsfragen erarbeiten, die sich durch den Bau von Rechenzentren neben bestehenden Kraftwerken ergeben.