Goldman Sachs hat am Mittwoch seine durchschnittliche Brent-Ölpreisprognose für das zweite Quartal 2026 um 10 US-Dollar auf 76 US-Dollar pro Barrel angehoben. Die Prognose für WTI wurde um 9 US-Dollar auf 71 US-Dollar erhöht.

Laut einer Mitteilung der Bank gehen diese Prognosen davon aus, dass geringe Ölströme durch die Straße von Hormus im März zu erheblichen Rückgängen der OECD-Lagerbestände und der Ölproduktion im Nahen Osten führen werden.

Die Straße von Hormus, ein schmaler Kanal, der den Persischen Golf mit dem Golf von Oman verbindet, ist ein entscheidender globaler Engpass für Energie. Hier werden etwa ein Fünftel der weltweiten Lieferungen von Öl und verflüssigtem Erdgas abgewickelt.

Goldman erklärte, dass die Prognosen weiterhin stark auf der Oberseite ausgerichtet seien. Zu den Risiken zählen eine länger als erwartete Unterbrechung der Exporte durch die Straße von Hormus sowie mögliche Schäden an Ölproduktionsanlagen.

"Sollten die Mengen durch Hormus für weitere fünf Wochen auf niedrigem Niveau bleiben, würde der Brent-Preis wahrscheinlich 100 US-Dollar erreichen – ein Niveau, das mit einer stärkeren Nachfragereduktion einhergeht, um zu verhindern, dass die Lagerbestände auf kritisch niedrige Werte sinken", hieß es in der Mitteilung.

Brent-Öl-Futures notierten um 04:08 GMT nahe 82,57 US-Dollar pro Barrel, nachdem sie am Dienstag auf dem höchsten Stand seit Januar 2025 geschlossen hatten.

US-West-Texas-Intermediate-Öl stieg auf 75,28 US-Dollar, nachdem es auf den höchsten Stand seit Juni geschlossen hatte. Beide Sorten legten in den vergangenen beiden Sitzungen um rund 5% oder mehr zu.

Goldman sieht ein Abwärtsrisiko für die Preise, falls sich die Ströme durch Hormus schneller normalisieren sollten.

Die Bank hat zudem ihre Prognosen für das vierte Quartal 2026 für Brent und WTI auf 66 beziehungsweise 62 US-Dollar angepasst, für 2027 auf 70 beziehungsweise 66 US-Dollar.