Der Goldpreis gab am Freitag um mehr als 2% nach, da kletternde Renditen bei US-Staatsanleihen und ein erstarkter US-Dollar die Attraktivität des Edelmetalls schmälerten. Gleichzeitig untermauerten höhere Ölpreise und anhaltende Spannungen im Nahen Osten die Erwartung längerfristig hoher Zinsen.

Der Spot-Goldpreis sank bis 11:41 GMT um 2,1% auf 4.551,81 Dollar pro Unze und erreichte damit den niedrigsten Stand seit dem 5. Mai. Damit steuert das Edelmetall auf einen Wochenverlust von bislang 3,4% zu. Die US-Gold-Futures für die Juni-Lieferung verbilligten sich um 2,8% auf 4.556,40 Dollar.

Die Rendite der richtungsweisenden 10-jährigen US-Staatsanleihen stieg auf ein Fast-Jahreshoch, was die Opportunitätskosten für das unverzinste Gold erhöht. Zudem festigte sich der Dollar, wodurch das in Greenback denominierte Edelmetall für Käufer ausserhalb des Dollarraums teurer wurde. [US/][USD/]

'Renditen und Dollar legen aufgrund verschärfter Inflationssorgen zu, die teilweise aus den Feindseligkeiten am Golf resultieren und durch die in dieser Woche veröffentlichten PPI- und CPI-Zahlen für April gestützt werden', kommentierte StoneX-Analystin Rhona O'Connell.

Die Preise für Brent-Rohöl stiegen in dieser Woche um 7,8% und notierten über 109 Dollar pro Barrel, da die Strasse von Hormus weitgehend geschlossen bleibt. [O/R]

Höhere Treibstoffpreise können die Inflation anheizen, da Hersteller die Kosten weitergeben. Dies wiederum zwingt die Zentralbanken dazu, die Zinssätze auf einem hohen Niveau zu belassen, was die Attraktivität des nicht zinstragenden Goldes mindert.

Die Inflationsdaten dieser Woche haben gezeigt, dass Verbraucher und Unternehmen infolge des Krieges beginnen, einen massiven Anstieg des Preisdrucks zu verspüren.

Händler haben Zinssenkungen in den USA für dieses Jahr laut dem FedWatch-Tool der CME weitgehend ausgepreist. [FEDWATCH]

'Gold begegnet dem Golfkrieg schon seit geraumer Zeit mit Skepsis, und die Flut an Nachrichten aus Indien bezüglich der Einfuhrzölle hat die Spannungen in einem ohnehin schwachen Markt noch verschärft', fügte O'Connell hinzu.

Die Goldabschläge in Indien sprangen in dieser Woche auf ein Rekordhoch, ausgelöst durch eine drastische Erhöhung der Einfuhrzölle. [GOL/AS]

'Längerfristig ist die Stimmung für höhere Preise konstruktiv, aber kurzfristig ist Gold wohl kaum berechenbar, da Unsicherheit die Nachrichtenlage beherrscht', sagte der unabhängige Analyst Ross Norman.

Silber (Spot) fiel um 6,3% auf 78,26 Dollar pro Unze, Platin verlor 3,1% auf 1.991,33 Dollar, und Palladium gab um 1% auf 1.422,41 Dollar nach. Alle drei Metalle steuern auf Wochenverluste zu.