Gold legte am Donnerstag den dritten Handelstag in Folge zu. Gestützt wurde der Kurs durch den wachsenden Optimismus über ein mögliches Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran, was die Sorgen vor einer anhaltenden Inflation und längerfristig hohen Zinssätzen milderte.

Der Spot-Goldpreis stieg bis 11:50 Uhr EDT (15:50 GMT) um 1% auf 4.733,59 USD pro Unze, nachdem er zuvor im Sitzungsverlauf ein Zwei-Wochen-Hoch markiert hatte.

Die US-Gold-Futures kletterten um 1,1% auf 4.744,00 USD.

'Wenn der Waffenstillstand hält, wir diesen Krieg hinter uns lassen können und die Geschäfte bei offener Strasse von Hormus wieder aufgenommen werden, könnte Gold bis auf 5.000 USD steigen', sagte Bob Haberkorn, Senior Market Strategist bei RJO Futures.

'Der Markt beobachtet derzeit genau die Lage im Nahen Osten sowie die geldpolitische Ausrichtung der US-Notenbank Federal Reserve.'

Die Vereinigten Staaten und der Iran bewegen sich laut Quellen und Regierungsvertretern auf ein vorläufiges Abkommen zur Beendigung der Feindseligkeiten zu. Teheran prüft derzeit einen Vorschlag, der die Kämpfe stoppen würde, die strittigsten Fragen jedoch vorerst ungelöst lässt.

Die Ölpreise weiteten ihre Verluste aus, in der Hoffnung, dass ein Deal zu einer schrittweisen Wiedereröffnung der Strasse von Hormus führen könnte.

Steigende Energiekosten treiben tendenziell die Inflation an. In einem solchen Szenario wären die Währungshüter weniger geneigt, die Zinsen zu senken, um den Preisdruck einzudämmen. Trotz seiner Rolle als Inflationsschutz verliert Gold in einem Hochzinsumfeld an Attraktivität, da es keine Rendite abwirft.

Sobald der Konflikt und der durch den Ölpreis getriebene Inflationsdruck nachlassen, bestehe für Gold ein Pfad bis über 5.200 USD pro Unze, so TD Securities in einer Analyse.

'Ein späterer Schwenk der Fed hin zu ihrem Mandat der Vollbeschäftigung, sinkende Renditen und ein schwächerer US-Dollar sowie eine erneute Nachfrage von Investoren und Zentralbanken könnten den Bullentrend wiederbeleben', hiess es weiter.

Die Märkte warten nun auf den monatlichen US-Arbeitsmarktbericht am Freitag, um zu beurteilen, wie die Fed ihre Geldpolitik im weiteren Jahresverlauf gestalten wird.

Andernorts stockte die chinesische Zentralbank ihre Goldreserven im April den 18. Monat in Folge auf, wie Daten zeigten.

Unter den anderen Edelmetallen stieg der Spot-Silberpreis um 4,5% auf 80,82 USD, nachdem er den höchsten Stand seit dem 17. April erreicht hatte.

Platin verlor 0,6% auf 2.047,79 USD, während Palladium um 1,5% auf 1.514,08 USD fiel.