Das Edelmetall notiert bei rund 4.185 US-Dollar je Unze und damit auf dem niedrigsten Stand seit dem 26. März. Gold hatte lange von geopolitischen Spannungen und den Erwartungen an eine lockerere Geldpolitik der US-Notenbank profitiert. Die aktuelle Schwäche erfasst jedoch den gesamten Sektor: Auch Silber, Platin und Palladium verzeichnen deutliche Verluste, was auf eine breiter angelegte Korrektur bei den Edelmetallen hindeutet.
Auslöser für die Trendwende war eine Reihe stärker als erwarteter Konjunkturdaten aus den USA. Der offizielle Arbeitsmarktbericht wies für Mai 172.000 neue Stellen aus, während die Arbeitslosenquote stabil bei 4,3 % blieb. Zudem wurden die Daten der Vormonate nach oben revidiert.
Auch die Zahlen des Personaldienstleisters ADP, die auf den Gehaltsabrechnungen von mehr als 26 Mio. US-Amerikanern basieren, bestätigten die Verbesserung am Arbeitsmarkt. Der Dreimonatsdurchschnitt der neu geschaffenen Stellen im privaten Sektor erreichte den höchsten Stand seit Anfang 2025.
Über den Arbeitsmarkt hinaus deuten mehrere Indikatoren darauf hin, dass die wirtschaftliche Dynamik unterschätzt wurde. Der Economic Surprise Index von Citigroup kletterte auf den höchsten Stand seit dem Sommer 2023. Gleichzeitig beschleunigt sich der Weekly Economic Index der Federal Reserve Bank von Dallas seit Jahresbeginn und erreicht wieder das höchste Wachstumstempo seit Ende 2022.
Vor diesem Hintergrund stieg die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen auf rund 4,54 %. Die Finanzmärkte rechnen inzwischen mehrheitlich mit mindestens einer weiteren Zinserhöhung bis Ende 2026.
Diese wirtschaftliche Wiederbeschleunigung erschwert den Kurs der US-Notenbank, zumal die Inflation weiterhin nahe 3 % liegt. Für Gold, das keine laufenden Erträge abwirft, mindert der Anstieg der Realzinsen automatisch die Attraktivität der Anlageklasse – selbst in einem Umfeld, das weiterhin von geopolitischen Risiken geprägt ist.


















