Die Goldpreise kletterten am Donnerstag auf den höchsten Stand seit mehr als drei Wochen. Grund dafür sind Erwartungen, dass die Veröffentlichung von Wirtschaftsdaten nach der Wiedereroffnung der US-Regierung die Argumente für eine Zinssenkung der Federal Reserve im kommenden Monat stärken konnte.

Der Spot-Goldpreis stieg um 0,2 % auf 4.206,64 US-Dollar je Unze (Stand: 11:03 Uhr EST / 16:03 Uhr GMT) und erreichte damit den hochsten Stand seit dem 21. Oktober. Die US-Gold-Futures zur Lieferung im Dezember gaben hingegen um 0,1 % auf 4.211,50 US-Dollar je Unze nach.

Händler erwarten, dass die nach Ende des Shutdowns veroffentlichten Wirtschaftsdaten eine Schwäche am US-Arbeitsmarkt offenbaren und die Fed zu mindestens einer Zinssenkung im Dezember bewegen werden, erklärte Jim Wyckoff, Senior Analyst bei Kitco Metals.

Private Umfragen haben bereits auf eine Schwäche am Arbeitsmarkt hingewiesen.

Die US-Regierung nimmt nach einem Rekord-Shutdown von 43 Tagen den Betrieb wieder auf, basierend auf einer Vereinbarung, die die Finanzierung der Bundesbehorden bis zum 30. Januar sicherstellt.

Obwohl die US-Notenbank im vergangenen Monat die Zinsen gesenkt hat, warnte Fed-Chef Jerome Powell, dass weitere Lockerungen in diesem Jahr nicht garantiert seien, unter anderem aufgrund fehlender Daten.

Laut einer Reuters-Umfrage erwarten 80 % der Ökonomen eine weitere Zinssenkung um 25 Basispunkte bei der Fed-Sitzung am 9. und 10. Dezember.

Niedrigere Zinsen kommen Gold in der Regel zugute, da das Edelmetall keine Rendite abwirft und in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit oft als sicherer Hafen gilt.

Die Korrelation von Gold mit zentralen makrookonomischen Faktoren wie dem US-Dollar und den Realrenditen hat sich in den vergangenen zwei Wochen deutlich abgeschwächt. Dies spiegele laut Standard Chartered einen Wandel hin zu strukturellen Themen wie Währungsabwertung und Bedenken hinsichtlich der US-Staatsverschuldung wider. [USD/][US/]

Andernorts gab der Spot-Silberpreis nach einem Anstieg auf den hochsten Stand seit dem 17. Oktober um 1,1 % auf 52,83 US-Dollar je Unze nach.

„Sollte Silber nicht deutlich nach oben ausbrechen, konnte es zu einer weiteren Gewinnmitnahme kommen - die Volatilität dürfte kurzfristig hoch bleiben“, sagte Tai Wong, unabhängiger Metallhändler.

Platin fiel um 1,9 % auf 1.585,10 US-Dollar und Palladium gab um 1,2 % auf 1.456,50 US-Dollar nach.