Seoul/Peking, 08. Jun (Reuters) - China wird nach den Worten von Präsident Xi Jinping ungeachtet der internationalen Lage an seiner Unterstützung für Nordkorea und dessen Machthaber Kim Jong Un festhalten. Bei einem seltenen Gipfeltreffen in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang am Montag rief Xi dazu auf, die strategischen Beziehungen zu stärken und gemeinsame Sicherheits- und Entwicklungsinteressen entschlossen zu verteidigen, wie aus einer offiziellen chinesischen Zusammenfassung des Treffens hervorging. Es ist Xis erster Besuch in dem weithin isolierten Nachbarland seit sieben Jahren.
Der zweitägige Staatsbesuch findet vor dem Hintergrund engerer militärischer und wirtschaftlicher Beziehungen Nordkoreas zu Russland statt. Xi erklärte, die traditionelle Freundschaft zwischen beiden Ländern sei von großem Wert. Die Unterstützung für Kims Führung werde sich ebenso wenig ändern wie die Entschlossenheit, ein stabiles strategisches Umfeld zu sichern. Zudem forderte Xi, sich gemeinsam gegen Hegemonie, Autoritarismus und Versuche zur Wiederbelebung des Militarismus zu stellen, die die regionale Sicherheit gefährdeten.
EMPFANG AUF DEM ROTEN TEPPICH
Xi wurde in Pjöngjang von Kim und dessen Ehefrau Ri Sol Ju auf dem roten Teppich empfangen. Auf dem Kim-Il-Sung-Platz in der Hauptstadt wurde ein Ehrenspalier gebildet und es wurden Salutschüsse abgefeuert, wie die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua meldete. Xi wird von einer hochrangigen Delegation begleitet, der unter anderem Außenminister Wang Yi und Verteidigungsminister Dong Jun angehören. Nach den Einschränkungen der Corona-Pandemie haben beide Länder den Grenzverkehr wieder aufgenommen. Zudem fliegt die Fluggesellschaft Air China seit März wieder Pjöngjang an.
Experten zufolge betrachtet Peking das Nachbarland weiterhin als wichtigen strategischen Partner, um gemeinsam mit Russland und dem Iran den Einfluss der USA in der Region einzudämmen. Am Vorabend von Xis Ankunft hatte Nordkorea Pläne für den Bau eines Kriegsschiffs mit einer Verdrängung von 10.000 Tonnen vorgestellt und seinen Status als Atommacht bekräftigt. Nach Schätzungen des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri vom Sonntag verfüge das Land über rund 60 Atomsprengköpfe, zehn mehr als im Vorjahr. Zudem steigere Nordkorea die Produktion von spaltbarem Material.
(Bericht von Jack Kim und Brenda Goh in Seoul, Liz Lee, Shi Bu und Xiuhao Chen in PekingBearbeitet von Alexander RatzRedigiert von Ralf BodeBei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)


















