Seit Jahren haben sich Investoren daran gewöhnt, dass eine kleine Gruppe von Mega-Caps – zunächst die GAFAM, später die „Magnificent 7“ – den gesamten US-Aktienmarkt antreibt. Diese Outperformance war durch eine überdurchschnittliche Gewinnentwicklung gerechtfertigt. Doch 2026 könnte einen Wendepunkt markieren.
Nach Konsensschätzungen von FactSet wird für die „Magnificent 7“ in diesem Jahr ein Gewinnwachstum je Aktie von 24,6% erwartet, gegenüber 15,9% für die übrigen 493 Unternehmen im S&P 500. Dieser Unterschied lässt sich jedoch im Wesentlichen auf Nvidia zurückführen. Ohne den KI-Chip-Spezialisten fällt das Wachstum der übrigen sechs Unternehmen nahezu halb so hoch aus.

Quelle: FactSet
Offenbar beginnen die massiven Investitionen dieser Konzerne inzwischen auf die Profitabilität zu drücken. Auffällig ist zudem, dass zwei der größten Investoren im KI-Bereich – Amazon und Alphabet – in diesem Jahr eine deutliche Abschwächung ihres Gewinnwachstums verzeichnen dürften.

Für Alphabet wird im Jahr 2026 ein Anstieg des Nettogewinns um 6 % erwartet, nach 32 % im Jahr 2025. Quelle: MarketScreener.
Alles für die Chipindustrie
Auch wenn diese relative Abschwächung bei den „Magnificent 7“ für eine breitere Marktteilnahme sprechen könnte, bleibt das Gewinnwachstum in Wirklichkeit stark konzentriert.
Analysten erwarten für 2026 ein Gewinnwachstum im S&P 500 von 18%. Dieser Wert erscheint hoch, wird jedoch maßgeblich von zwei Unternehmen getragen: Micron und Nvidia. Laut Berechnungen von Etienne Monceau, Datenspezialist bei MarketScreener, auf Basis von Bloomberg-Daten, entfallen rund 27% des Gewinnwachstums im S&P 500 im Jahr 2026 auf diese beiden Titel.
Ohne diese beiden Unternehmen würde das Gewinnwachstum im Index lediglich 13,1% betragen. Nvidia ist dabei das größte Schwergewicht mit einem Anteil von rund 7,5% am Index. Micron ist mit etwa 0,8% deutlich kleiner gewichtet, dürfte jedoch zwischen 2025 und 2026 ein Gewinnwachstum von 671% erzielen.
Beide Unternehmen zählen zu den Hauptprofiteuren des KI-Booms. Nvidia fungiert als zentraler Lieferant von Chips für Rechenzentren, während Micron Speicherchips produziert. Die Entwicklung der künstlichen Intelligenz hat in diesem Segment zu einer explosionsartigen Nachfrage geführt, von der insbesondere die wenigen Anbieter profitieren (Micron, SK Hynix und Samsung).
Während seit mehreren Quartalen darüber diskutiert wird, wie stark sich das KI-Thema auf den Gesamtmarkt ausweiten wird, bleiben bislang vor allem die Anbieter der „Schaufeln und Spitzhacken“ die klaren Gewinner.

























