Düsseldorf, 06. Mai (Reuters) - Händler, Lieferanten und Bars decken sich für die Fußball-Weltmeisterschaft mit Alkoholika ein und haben dem weltgrößten Spirituosenkonzern Diageo so zu einem überraschenden Umsatzplus verholfen. Die anhaltende Schwäche in den USA wurde im dritten Quartal so ausgeglichen, wie der Hersteller von Johnnie-Walker-Whisky am Mittwoch mitteilte. Der Umsatz sei insgesamt organisch um 0,3 Prozent gestiegen, während Analysten mit einem Rückgang von 2,3 Prozent gerechnet hatten. Die Aktie des britischen Konzerns legte daraufhin um mehr als sechs Prozent zu.

Der Fußball-Weltverband FIFA arbeitet in diesem Jahr erstmals mit Diageo zusammen. Der Spirituosenkonzern ist Turnierförderer und offizieller Lieferant in Nord-, Mittel- und Südamerika für die Fußball-Weltmeisterschaft. Das Geschäft in den USA, dem größten Markt von Diageo, belastete dennoch die Bilanz. Dort ging der Umsatz um 9,4 Prozent zurück. Der neue Konzernchef Dave Lewis sagte: "Wir freuen uns über das starke Wachstum in Europa, Lateinamerika und Afrika." Er bezeichnete die Trendwende in Nordamerika allerdings als seine größte Herausforderung. Dort seien die Marktbedingungen schwach und das Angebot müsse wettbewerbsfähiger sein. "Es sind bereits Maßnahmen im Gange, um dies zu beheben." Details nannte er jedoch nicht.

Lewis, der den Konzern seit Januar führt, soll nach Jahren der Stagnation unter seiner Vorgängerin Debra Crew für einen Umschwung sorgen. Sein Spitzname "Drastic Dave" eilt ihm von früheren Stationen bei Tesco und Unilever voraus, wo er für harte Sparmaßnahmen bekannt war. Zusätzliche Risiken für Spirituosenhersteller ergeben sich aus dem Krieg im Iran, der die Kosten für Energie und Vorprodukte wie Glasflaschen in die Höhe treiben könnte. Diageo hielt an seiner Jahresprognose fest, erklärte jedoch, man sei sich der Auswirkungen des Nahost-Konflikts auf Energie, Angebot und Vertrieb bewusst.

(Bericht von Yadarisa Shabong in Bangalore, geschrieben von Anneli Palmen, redigiert von Myria Mildenberger. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)