Die wichtigsten britischen Indizes verzeichneten am Freitag ihren stärksten wöchentlichen Rückgang seit fast einem Jahr. Der eskalierende Krieg im Nahen Osten schürte Sorgen vor einem Wiederaufflammen der Inflation, während ein schwacher US-Arbeitsmarktbericht die Anleger zusätzlich beunruhigte.

Der Blue-Chip-Index FTSE 100 sank um 1,2 %, während der FTSE 250 im Tagesverlauf um 0,8 % nachgab. Beide Indizes verzeichneten ihre schlechteste Wochenbilanz seit dem Einbruch im April 2025, der durch die „Liberation Day“-Zölle von US-Präsident Donald Trump ausgelöst worden war.

Die Aktien der Ölkonzerne Shell und BP stiegen um fast 1,2 % bzw. 0,6 %, da der Preis für Brent-Rohöl zum ersten Mal seit zwei Jahren die Marke von 90 Dollar pro Barrel überschritt. Der Konflikt blockiert weiterhin den Schiffsverkehr und die Energieexporte durch die lebenswichtige Straße von Hormus. [O/R]

Katars Energieminister erwartet, dass alle Energieproduzenten am Golf ihre Exporte innerhalb weniger Wochen einstellen werden. In einem Interview mit der Financial Times sagte er, dieser Schritt könnte den Ölpreis auf 150 Dollar pro Barrel treiben.

Die sprunghaft ansteigenden Energiepreise haben Händler dazu veranlasst, ihre Wetten auf Zinssenkungen in diesem Jahr drastisch zu reduzieren. Die Geldmarkt-Futures preisen nur noch eine Wahrscheinlichkeit von 15 % für eine Zinssenkung der Bank of England um 25 Basispunkte in diesem Monat ein, verglichen mit 80 % vor Beginn des Konflikts.

Die Sorge, dass der Energiepreisschock Großbritannien stärker treffen könnte als andere Länder, ließ die Renditen der führenden britischen Staatsanleihen in dieser Woche so stark ansteigen wie seit drei Jahren nicht mehr.

Zusätzlich belasteten Daten die Stimmung, die einen unerwarteten Rückgang der US-Arbeitsplätze im Februar zeigten, was Sorgen um den Zustand der weltweit größten Volkswirtschaft schürte.

Unabhängig davon zeigten Daten von Halifax, dass die britischen Hauspreise im Februar mit der schnellsten Jahresrate seit Oktober gestiegen sind – ein Plus von 1,3 % im Jahresvergleich, womit die Prognosen von Ökonomen übertroffen wurden. Der Kreditgeber warnte jedoch, dass geopolitische Unsicherheit und erneuter Inflationsdruck das Tempo etwaiger Zinssenkungen verlangsamen könnten, was die Aussichten für den Sektor dämpft.

Unter den weiteren Werten stiegen Flutter Entertainment um 2,4 %, nachdem der aktivistische Investor Parvus Asset Management seine Beteiligung an dem FanDuel-Eigentümer verdoppelt hatte.