(Alliance News) - Die Börsen in London werden am Donnerstag voraussichtlich niedriger eröffnen, nachdem der FTSE 100 am Mittwoch auf einem neuen Rekordhoch geschlossen hat – im Vorfeld der anstehenden Zinsentscheidungen in Großbritannien und Europa.

IG zufolge deuten Futures darauf hin, dass der FTSE 100 am Donnerstag mit einem Minus von 14,8 Punkten bzw. 0,1% bei 10.387,54 eröffnen wird. Der Index der großen Londoner Unternehmen schloss am Mittwoch 87,75 Punkte bzw. 0,9% höher bei 10.402,34 – ein neuer Rekordschluss.

Das Pfund Sterling notierte am Donnerstagmorgen bei USD1,3615 und damit niedriger als USD1,3656 beim Londoner Börsenschluss am Mittwoch. Der Euro lag bei USD1,1790 nach USD1,1798. Gegenüber dem Yen notierte der Dollar höher bei JPY156,88 statt JPY156,69.

Im Mittelpunkt stehen heute die Zinsentscheidungen in Großbritannien und Europa.

Pepperstone-Analyst Michael Brown sagte: "Die [Bank of England] wird den Leitzins unverändert bei 3,75% belassen – ich rechne mit einer 6:3-Abstimmung – und weiterhin Hinweise auf künftige Zinssenkungen geben, sofern die Inflationsprognose günstig bleibt. In diesem Zusammenhang sollten die aktualisierten Wirtschaftsprognosen der Bank eine Rückkehr zum 2%-Inflationsziel im Frühjahr einplanen, das dann für den Rest des Prognosezeitraums gehalten wird. Damit wäre der Weg für eine Zinssenkung bereits bei der nächsten Sitzung im März geebnet. Ein zunehmender Arbeitsmarktüberschuss unterstützt diese Sichtweise zusätzlich, insbesondere da die Arbeitslosenprognosen wahrscheinlich auf einen Höchststand von etwa 5,3% im zweiten Quartal 26 angehoben werden."

Brown ergänzte: "Was die EZB betrifft, so werden Lagarde & Co ebenfalls stillhalten und den Einlagenzinssatz bei 2,00% belassen, während sie betonen, dass sie weiterhin einen 'datenabhängigen' und 'von Sitzung zu Sitzung' Ansatz für künftige geldpolitische Entscheidungen verfolgen werden. Im Grunde genommen ist der Lockerungszyklus nun aber vorbei, zumal Lagarde bei der Pressekonferenz nach der Sitzung wahrscheinlich bekräftigen wird, dass die Geldpolitik sich in einer 'guten Position' befindet."

Unterdessen erklärte US-Präsident Donald Trump in einem Interview, dass sein Kandidat für den nächsten Vorsitz der Federal Reserve, Kevin Warsh, die Notwendigkeit niedrigerer Zinsen verstehe.

Trump sagte gegenüber NBC News, dass Warsh "ohnehin" die Zinsen senken wolle, und fügte hinzu, dass der ehemalige Zentralbank-Gouverneur den Posten nicht bekommen hätte, wenn er stattdessen eine Zinserhöhung angestrebt hätte.

In den USA schloss die Wall Street am Mittwoch uneinheitlich: Der Dow Jones Industrial Average stieg um 0,5%, der S&P 500 fiel um 0,5% und der Nasdaq Composite lag 1,5% im Minus.

In Asien lag der Nikkei 225 in Tokio am Donnerstag 0,9% niedriger. In China fiel der Shanghai Composite um 0,6%, während der Hang Seng Index in Hongkong um 0,2% nachgab. Der S&P/ASX 200 in Sydney lag 0,4% im Minus.

Alphabet teilte in der Nacht mit, dass die Investitionsausgaben im Jahr 2026 nahezu verdoppelt werden sollen, um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden.

Der Google-Mutterkonzern meldete für das vierte Quartal einen Anstieg des Nettogewinns um 30% auf USD34,46 Milliarden nach USD26,54 Milliarden im Vorjahr. Der verwässerte Gewinn je Aktie stieg auf USD2,82 von USD2,15 und übertraf damit die FactSet-Konsensschätzung von USD2,65.

Der Umsatz stieg um 18% auf USD113,83 Milliarden nach USD96,47 Milliarden im Vorjahr und lag damit über dem Konsens von USD111,97 Milliarden.

CEO Sundar Pichai sprach von einem "herausragenden Quartal" für Alphabet. Um der Kundennachfrage gerecht zu werden und die wachsenden Chancen zu nutzen, werde Alphabet die Investitionen im Jahr 2026 auf USD175 bis USD185 Milliarden erhöhen, verglichen mit etwas mehr als USD90 Milliarden im Jahr 2025.

Gold notierte am frühen Donnerstag höher bei USD4.924,40 je Unze nach USD4.916,04 spät am Mittwoch.

Brent-Öl wurde am Donnerstagmorgen höher bei USD68,13 je Barrel gehandelt, nach USD67,41 am Mittwoch.

Im britischen Unternehmenskalender stehen am Donnerstag die Ergebnisse des dritten Quartals von BT an, während der Branchenkollege Vodafone eine Handelsmitteilung veröffentlicht. Der Bergbaukonzern Anglo American gibt ebenfalls ein Trading-Update, während der Ölkonzern Shell die Jahreszahlen präsentiert.

Im globalen Wirtschaftskalender stehen am Donnerstag Zinsentscheidungen in Großbritannien und Europa, Einzelhandelsumsätze der Eurozone sowie zahlreiche Bau-PMIs an.

Von Michael Hennessey, Alliance News Reporter

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