Frankfurt, 12. Jun (Reuters) - Die Hoffnung auf ein baldiges Ende des Iran-Krieges hat den Dax am Freitag nach oben getrieben. Der deutsche Leitindex gewann 1,4 Prozent auf 24.558 Zähler. US-Präsident Donald Trump hat - wie schon oft in den vergangenen Wochen - eine baldige Verständigung mit dem Iran angekündigt. Ein Abschluss sei in den kommenden Tagen möglich, erklärte der Republikaner. Einige Experten warnten aber davor, die Friedensglocke zu früh zu läuten. "Die Kursgewinne dürften auf Sand gebaut sein, wenn ein glaubhaftes Kriegsende nicht von allen Seiten bestätigt wird", sagte Jochen Stanzl von der Consorsbank. "Mit einer bloßen Absichtserklärung wird sich der Markt nicht lange zufriedengeben."

Am Ölmarkt brachte die Erwartung eines Friedensdeals die Preise ins Rutschen. Die Notierungen für das Nordseeöl Brent und das US-Öl WTI gaben seit Mittwoch um jeweils mehr als fünf Prozent auf 88,16 beziehungsweise 85,13 Dollar je Fass nach. Für Aktien aus dem Reise- und Touristiksektor ging es zum Wochenschluss nach oben: Im MDax notierten TUI und die Titel der Lufthansa 5,6 beziehungsweise 4,6 Prozent fester.

Im Dax zählten MTU und Heidelberg Materials mit einem Plus von jeweils 3,5 Prozent zu den größten Gewinnern.

Am Nachmittag dürfte sich der Fokus vieler Anleger auf den Börsengang von SpaceX richten. Der Raumfahrtkonzern des Milliardärs Elon Musk debütiert an der US-Technologiebörse Nasdaq mit einem Emissionsvolumen von 75 Milliarden Dollar, es ist der größte Börsengang aller Zeiten. Zum Ausgabepreis von 135 Dollar je Aktie wird SpaceX mit 1,75 Billionen Dollar bewertet. Musk hat einen ungewöhnlich großen Anteil von 30 Prozent der angebotenen 555,6 Millionen Anteilsscheine für Kleinanleger reserviert, unter denen er zahlreiche Fans hat. Das Börsendebüt könnte laut Experten die Erholung an den Aktienmärkten auf die Probe stellen.

(Bericht von: Daniela Pegna, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)