Ein Ausblick auf den bevorstehenden Handelstag an den europäischen und globalen Märkten von Ankur Banerjee
Die Märkte sind in einer Endlosschleife aus Hoffnung und Verzweiflung gefangen, da die Verhandlungen zur Beendigung des Krieges im Nahen Osten weiterhin festgefahren sind. Der jüngste Rückschlag ließ die Ölpreise steigen, schürte Inflationssorgen und stützte den Dollar.
US-Präsident Donald Trump erklärte, ein Waffenstillstand mit dem Iran hänge 'am seidenen Faden', nachdem Teheran einen US-Vorschlag zur Beendigung des Konflikts abgelehnt hatte. Dies führte zu einer leichten Risikoaversion, wobei Investoren darauf setzen, dass beide Seiten vor einer Eskalation der Angriffe zurückschrecken.
Während ein seit dem 7. April geltender Waffenstillstand dazu beigetragen hat, die Stimmung der Anleger zu heben, beginnt der mangelnde Fortschritt in den Verhandlungen zwischen Washington und Teheran, bestimmte Marktsegmente zu belasten.
Die Anleiherenditen sind weltweit stetig gestiegen, da sich die Anleger darauf einstellen, dass die Zinssätze länger auf einem hohen Niveau bleiben, um dem Inflationsdruck infolge der erhöhten Energiepreise entgegenzuwirken.
In Europa preisen die Märkte zwei Zinserhöhungen um jeweils 25 Basispunkte in den drei EZB-Sitzungen bis September vollständig ein und sehen eine Chance von etwa 75% für einen dritten Schritt bis Jahresende. Unterdessen haben Händler jegliche Zinssenkungen der Federal Reserve für dieses Jahr vollständig ausgepreist.
Dies hat den US-Dollar aufgrund der Nachfrage nach 'sicheren Häfen' im Aufwind gehalten, wenngleich die Gewinne begrenzt bleiben, da die Anleger weiterhin auf eine Art Einigung in den kommenden Tagen hoffen.
Die US-Inflationsdaten im späteren Tagesverlauf werden im Mittelpunkt stehen, wenn die Anleger den Bericht analysieren, um ein Gefühl für die Auswirkungen des Krieges auf die Preise zu bekommen. Zudem stehen die endgültigen Inflationsdaten für April in Deutschland an, nachdem ein vorläufiger Bericht bereits einen Preisanstieg gezeigt hatte.
Diese Daten könnten den Fokus darauf schärfen, wie anfällig das energieabhängige Europa bleibt, insbesondere da die zentrale Straße von Hormus zehn Wochen nach Beginn des Konflikts faktisch gesperrt ist.
Die Futures deuten auf eine schwächere Eröffnung hin, da die gedrückte Stimmung auf Europa übergreift. Der paneuropäische STOXX 600 notiert weiterhin etwa 4% unter dem Vorkriegsniveau und hinkt den globalen Vergleichsindizes hinterher, die sich dank des Optimismus im Bereich der künstlichen Intelligenz erholt haben.
Wichtige Entwicklungen, die die Märkte am Dienstag beeinflussen könnten:
o Deutschland: Inflationsbericht für April, ZEW-Konjunkturerwartungen für Mai
o USA: Inflationsbericht

















