Der Europäischen Union fehlt es an großen Cloud-Computing-Anbietern, sogenannten Hyperscalern. Angesichts wachsender Spannungen in der Außenpolitik und Regulierung werden innerhalb des Blocks Rufe laut, die Abhängigkeit von ausländischen Akteuren zu verringern.
Das Unternehmen, das eine führende Rolle in der europäischen Cloud-Infrastruktur anstrebt, plant, in den nächsten fünf bis sechs Jahren mehr als 3 Milliarden Euro (3,5 Milliarden Dollar) in die Infrastruktur von Rechenzentren zu investieren.
Das volatile geopolitische Umfeld habe eine "exponentielle Nachfrage" nach lokalen Hyperscalern generiert, erklärte CEO Thomas Reynaud im Rahmen der Ergebnisveröffentlichung.
In einer Telefonkonferenz mit Journalisten sagte Reynaud, dass ein 120-Megawatt-Projekt in der Region Paris voraussichtlich bis 2027 betriebsbereit sein werde und von europäischen Akteuren im Bereich der künstlichen Intelligenz genutzt werden soll.
Ein zweites Projekt auf einem 24 Hektar großen Gelände eines ehemaligen Kohlekraftwerks in Seine-et-Marne könnte eine Kapazität von 230 bis 300 MW erreichen, fügte er hinzu.
Der Standort in Seine-et-Marne profitiere von einem beschleunigten Netzanschluss, der auf dem KI-Gipfel 2025 im Élysée-Palast genehmigt wurde, so Reynaud. Er bezeichnete die Anlage als eine Angelegenheit von "strategischem Interesse für Frankreich, vergleichbar mit der Energie- und Telekommunikationsinfrastruktur".
Reynaud bestätigte, dass Iliad ein Kandidat für die Cloud-Ausschreibung der Europäischen Kommission ist und dabei unter anderem mit dem französischen Wettbewerber OVHcloud konkurriert. Im Rahmen der Ausschreibung werden Aufträge an bis zu vier Anbieter vergeben.
Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen nach Leasingverhältnissen (EBITDaL) von Iliad belief sich im vergangenen Jahr auf knapp über 4 Milliarden Euro.
In Frankreich blieb das Unternehmen Marktführer und konnte im Jahr 2025 netto 200.000 Neukunden gewinnen. Zudem verzeichnete es 200.000 Neukunden in Polen und 900.000 in Italien.
Der jährliche Free Cashflow übertraf mit 2,25 Milliarden Euro die konzerneigene Prognose von 2 Milliarden Euro.
(1 Dollar = 0,8615 Euro)


















