Dem Schweizer Anwalt wird Beihilfe zur Veruntreuung vorgeworfen. Er steht im Verdacht, an der Entwendung von Hermès-Aktien beteiligt gewesen zu sein, die Nicolas Puech, einem Erben der Gründerfamilie des Konzerns, gehörten, um diese LVMH zuzuführen.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft konzentrieren sich die Ermittler insbesondere auf seine Rolle als Berater und Verwaltungsrat der Offshore-Gesellschaft Dilico. Diese war von der französischen Finanzmarktaufsicht AMF als Vehikel identifiziert worden, über das Hermès-Titel an Institute transferiert wurden, die mit der Gruppe von Bernard Arnault in Verbindung stehen.

Diese juristische Entwicklung lenkt die Aufmerksamkeit erneut auf die Umstände, unter denen LVMH beim Rivalen Hermès eingestiegen ist. Die 2010 bekannt gewordene Kapitalerhöhung hatte jahrelange Rechtsstreitigkeiten zur Folge und führte dazu, dass die AMF im Jahr 2013 gegen LVMH eine Geldbuße in Höhe von 8 Mio. EUR wegen Verletzung der Offenlegungspflichten verhängte.

Der 83-jährige Nicolas Puech macht seinerseits geltend, ohne sein Wissen um eine Beteiligung gebracht worden zu sein, die heute mit mehr als 10 Mrd. EUR bewertet wird. In einer Ende 2023 in Paris eingereichten Klage beschuldigte er seinen ehemaligen Vermögensverwalter Eric Freymond, der 2025 verstarb, sowie mögliche Komplizen, seine Vermögenswerte veruntreut zu haben.

'Wie bereits im Dezember erklärt, bekräftigen LVMH und ihr Hauptaktionär mit Nachdruck, zu keinem Zeitpunkt und in keiner Weise Aktien der Gesellschaft Hermès International entwendet zu haben, weder direkt noch ohne das Wissen Dritter.'