Frankreich wird bis zum Jahr 2030 jährlich bis zu 10 Milliarden Euro (11,72 Milliarden Dollar) investieren, um den Übergang von Öl, Gas und deren Derivaten hin zu Elektrizität zu beschleunigen. Wie Premierminister Sebastien Lecornu am Freitag mitteilte, entspricht dies einer Verdoppelung der bisherigen staatlichen Unterstützung.

Die Maßnahmen, die von der Förderung der Elektromobilität bis hin zur Modernisierung von Gebäudeheizungen reichen, sollen die Abhängigkeit von Energieimporten verringern. Ziel ist es, künftige Versorgungsengpässe zu vermeiden, wie sie durch den aktuellen Krieg im Iran ausgelöst wurden. Dieser hat den Seetransport von Öl- und Gasladungen durch die Straße von Hormus zum Erliegen gebracht und die Energieinfrastruktur im Nahen Osten massiv beschädigt.

"Heute stammen 60 Prozent unseres Energieverbrauchs aus diesen importierten fossilen Brennstoffen, obwohl unser im Inland erzeugter Atomstrom dreimal günstiger ist", erklärte Lecornu in einer Fernsehansprache.

"Solange wir von Öl und Gas abhängig sind, werden wir weiterhin den Preis für die Kriege anderer Leute zahlen, die leider andauern und uns verarmen lassen werden", fügte er hinzu.

Frankreich strebt an, bis 2030 rund 85 Terawattstunden Gas - was 20% der jährlichen Gasimportrechnung entspricht - durch heimischen Strom zu ersetzen.

Zudem plant die Regierung, bis 2030 jährlich eine Million zusätzliche Wärmepumpen zu installieren. Der Einbau neuer Gasboiler in Neubauten soll bereits ab dem nächsten Jahr untersagt werden.

($1 = 0,8530 Euro) (Berichterstattung durch Dominique Vidalon und America Hernandez; Redaktion durch Sudip Kar-Gupta)