PARIS, 4. Dezember - Die Beschäftigten der Wein- und Spirituosensparte des LVMH-Konzerns, Moët Hennessy, sind von der Gewerkschaft CGT für Freitag zu Protesten aufgerufen worden. Die CGT fordert die Aufnahme von Verhandlungen über finanzielle Ausgleichszahlungen, wie aus einem von Reuters eingesehenen Flugblatt hervorgeht.

Es ist das erste Mal, dass ein Streikaufruf die wichtigsten Marken von Moët Hennessy betrifft - von den Hennessy-Cognacs bis hin zu den Veuve Clicquot-Champagnern. Dies stellt eine Herausforderung für Alexandre Arnault dar, den Sohn des Milliardärs Bernard Arnault, der in diesem Jahr zum stellvertretenden Geschäftsführer der Tochtergesellschaft ernannt wurde.

Die CGT verlangt eine rasche Aufnahme von Verhandlungen über finanzielle Ausgleichszahlungen sowie die Auszahlung einer außergewöhnlichen Weihnachtsprämie für 2025, heißt es in dem Flugblatt.

Moët Hennessy hat auf eine Anfrage zu seiner Lohnpolitik nicht reagiert.

,,Gemeinsam fordern wir eine gerechtere Verteilung des Reichtums bei LVMH und MH, die den erbrachten Leistungen des Kollektivs entspricht", heißt es im CGT-Flugblatt, das am Donnerstag an die Beschäftigten verteilt werden soll.

,,Bernard Arnault muss verstehen, dass sein Konzern vor allem durch die Arbeit und das Know-how seiner Mitarbeitenden zur weltweiten Nummer 1 im Luxussegment geworden ist", so das Flugblatt weiter.

,,Wir fordern von ihm zumindest die Aufrechterhaltung der Vergütungen für alle Beschäftigten von Moët Hennessy."

Der Streik am Freitag dürfte nach Angaben zweier Gewerkschaftsvertreter gegenüber Reuters von weiteren Protesttagen in den kommenden Monaten gefolgt werden.

Streiks sind im Luxussegment selten. Nach Jahren robusten Wachstums verzeichnet die Branche derzeit eine Abschwächung, mit stagnierenden Umsätzen in China und US-Zöllen, die die Nachfrage belasten.

Das Getränkegeschäft von LVMH, das 7% des Umsatzes des französischen Giganten ausmacht, erzielte im ersten Halbjahr 2025 einen Gewinn von 524 Millionen Euro - ein Rückgang um 33% gegenüber dem Vorjahr.

(Bericht von Tassilo Hummel; deutsche Fassung Zhifan Liu)

von Tassilo Hummel