Diese Entwicklung rückt die soliden Jahresergebnisse der Formula One Group in den Hintergrund. Einschließlich des Segments MotoGP erreichten die Einnahmen 4,48 Milliarden US-Dollar, während sich das operative Ergebnis auf 577 Millionen US-Dollar verdoppelte. Seit Dezember ist der Konzern zudem transparenter strukturiert, nachdem Liberty Live von Liberty Media abgespalten wurde. Seit dem vergangenen Sommer vereint die Aktie mit der Übernahme der MotoGP zudem zwei der wichtigsten Disziplinen des Motorsports.

Die Formel 1 ist heute stark im Golfraum engagiert, mit vier Grands Prix im Kalender von insgesamt 24 Rennen. Zwei davon sollen im kommenden Monat stattfinden: am 12. April in Bahrain und eine Woche später in Dschidda in Saudi-Arabien. Im Motorrad-Rennsport ist ebenfalls ein Grand Prix für den 12. April nahe Doha in Katar angesetzt.

Nach Angaben von Reuters gilt derzeit ein Szenario mit einer auf 22 statt 24 Rennen verkürzten Saison als wahrscheinlich. Dadurch entstünde eine fünfwöchige Rennpause zwischen Japan (27.–29. März) und Miami (1.–3. Mai). Die ersten Logistiktransporte sollen innerhalb der nächsten zwei Wochen Richtung Bahrain aufbrechen. Diese Frist könnte somit als faktischer Entscheidungstermin dienen.

Zu Wochenbeginn zeigten sich einige Beobachter noch zuversichtlich, dass die beiden Rennen durch andere Veranstaltungen ersetzt werden könnten. Diese Option erscheint inzwischen deutlich schwieriger umzusetzen. Extreme Hitze in anderen Teilen des Jahres sowie ein ohnehin sehr dichter Rennkalender erschweren eine solche Lösung erheblich.

Mehrere europäische Rennstrecken wurden als mögliche Ersatzorte genannt, doch die organisatorischen Hürden gelten als hoch. Auch die Idee eines zweiten Grand Prix in Japan auf der Strecke von Suzuka gehört zu den diskutierten Szenarien. Logistisch wäre dies einfacher zu realisieren, doch die lokalen Promoter hätten vermutlich wenig Interesse daran, in ein zusätzliches Rennen zu investieren – zumal Aston Martin mit Honda-Motor derzeit noch nicht in der Lage scheint, um Spitzenplätze zu kämpfen.

Die beiden Rennen leisten einen bedeutenden Beitrag zu den Einnahmen des Konzerns. Doch die Bedeutung reicht über rein wirtschaftliche Aspekte hinaus. Saudi-Arabien hat sich zu einem wichtigen finanziellen Partner entwickelt und investiert massiv in den Sport, während der staatliche Investmentfonds Bahrains, Mumtalakat, Mehrheitsaktionär der McLaren Group ist.