'Unser Plan sieht vor, unseren Marktanteil in einem Umfeld zu steigern, das angesichts der Vielzahl an Wettbewerbern nahezu zersplittert', erklärte Jim Baumbick, Ford-Präsident für Europa, gegenüber Reuters. 'Wir müssen uns aus der Masse hervorheben.'
Fünf der neuen Ford-Modelle werden Pkw sein, darunter ein Elektro-Kleinwagen sowie ein kompaktes Elektro-SUV. Diese werden in einem Renault-Werk in Nordfrankreich unter Rückgriff auf die Technologie des französischen Automobilherstellers gefertigt. Hinzu kommen drei SUV-Modelle, die sowohl als Hybride als auch als vollelektrische Varianten erhältlich sein werden.
Der zweitgrößte US-Automobilhersteller kritisierte zudem den europäischen Vorstoß in Richtung Elektromobilität. Die 'CO2-Ziele müssen die tatsächliche Verbrauchernachfrage widerspiegeln', so das Unternehmen. Die Gesetzgebung solle Plug-in-Hybride und Elektrofahrzeuge mit Reichweitenverlängerer (Range Extender) unterstützen, anstatt sich ausschließlich auf vollelektrische Fahrzeuge zu konzentrieren.
RESTRUKTURIERUNG IN EUROPA NACH MARKTANTEILSVERLUSTEN
Im Zuge seiner Umstrukturierung in Europa hat Ford das Werk in Saarlouis geschlossen und baut derzeit Stellen am Standort Köln ab.
Noch vor einem Jahrzehnt war Ford laut Daten des Branchenverbands ACEA der viertgrößte Automobilhersteller Europas mit jährlich mehr als einer Million verkauften Fahrzeugen auf dem Kontinent.
Im vergangenen Jahr setzte das Unternehmen lediglich etwas mehr als 426.000 Fahrzeuge ab und fiel damit hinter Mercedes-Benz auf den achten Platz zurück.
Ford versucht nun, seine Marktposition zu revitalisieren, während chinesische Hersteller wie BYD und Chery mit rasant steigenden Absatzzahlen nach Europa expandieren.
Während Ford im vergangenen Jahr in Europa ein Absatzplus von lediglich 0,1 % verzeichnete, stiegen die Verkäufe von BYD um fast 270 %.
Im Segment der Nutzfahrzeuge bleibt Ford eine der bedeutendsten Marken in Europa - wenngleich Stellantis durch die Bündelung mehrerer Marken höhere Absatzzahlen erzielt.
Das Unternehmen gab am Montag bekannt, den Verkauf seines Pickups Ranger Super Duty in Europa mit sofortiger Wirkung zu starten. Das Fahrzeug ist für den Einsatz bei Rettungsdiensten, in der Forstwirtschaft, im Bergbau sowie beim Militär konzipiert.
Einige Automobilhersteller mit freien Kapazitäten haben ihren Fokus verstärkt auf den boomenden Verteidigungssektor gerichtet. Ford erklärte in einem separaten Blogbeitrag am Montag, dass mehrere Regierungen in Europa und Nordamerika diesbezüglich bereits Kontakt aufgenommen hätten.
'Durch die Nutzung kommerzieller Standardlösungen von Ford können Regierungen zu einem Bruchteil der Zeit und Kosten auf erstklassige Technologie zugreifen', so der Automobilhersteller in dem Beitrag.
Ford kündigte zudem an, noch in diesem Jahr den Verkauf eines vollelektrischen Transit-Transporters zu starten, der speziell für den städtischen Raum entwickelt wurde.



















