Fidelity Investments gab am Freitag bekannt, dass eine Einigung zur Beilegung einer Klage erzielt wurde, in der Broadcom beschuldigt wurde, damit gedroht zu haben, den Zugang zu einer Software zu kappen, die für die Systeme des Finanzunternehmens zentral geworden war und somit das Risiko von Ausfällen und Handelsunterbrechungen geschaffen hätte.

Der in Boston ansässige Vermögensverwalter zog daraufhin freiwillig eine im November bei einem Staatsgericht in Massachusetts eingereichte Klage zurück, nachdem Broadcom zugestimmt hatte, weiterhin Dienstleistungen und Software an eine seiner Tochtergesellschaften zu liefern, wie ein Sprecher von Fidelity mitteilte.

"Broadcoms Dienstleistungen für Fidelity werden ohne Unterbrechung fortgesetzt, und es wird keine Auswirkungen auf die Geschäftsabläufe, Kunden, Mitarbeiter oder Geschäftspartner von Fidelity geben", erklärte der Sprecher in einer Stellungnahme.

Die Einigung wurde vor einer für die nächste Woche angesetzten Anhörung bekanntgegeben, bei der die Fidelity Technology Group eine einstweilige Verfügung beantragt hatte, um zu verhindern, dass Broadcom den Zugang zu der "geschäftskritischen" Software beendet.

Broadcom reagierte nicht umgehend auf eine Anfrage zur Stellungnahme.

Laut der Klageschrift nutzt Fidelity seit 2005 von VMware verkaufte "Virtualisierungs"-Software, um virtuelle Server auf den eigenen physischen Servern zu erstellen, zu hosten und zu verwalten. Diese Software sei im Laufe der Zeit zentral für die Abläufe von Fidelity geworden, so die Klage.

Im Jahr 2023 schloss Broadcom die Übernahme von VMware ab und stellte sein Produktportfolio um, indem es die Virtualisierungsprodukte in "teure" Produktbündel umpackte, wie Fidelity erklärte.    

Fidelity gab an, dass Broadcom sich weigerte, das Recht auf Verlängerung des Software-Abonnements gemäß dem bestehenden Vertrag mit VMware anzuerkennen, als Fidelity versuchte, die Lizenz zu erneuern, und stattdessen auf den Kauf eines Produktbündels bestand.

Fidelity, das rund 50 Millionen Kunden und Vermögenswerte in Höhe von 17,5 Billionen US-Dollar verwaltet, erklärte, dass ohne Zugang zu dieser Software Ausfälle auf allen Plattformen drohen würden, Kunden keinen Zugriff auf ihre Konten oder Handelsmöglichkeiten hätten und Mitarbeiter den Zugang zu wichtigen internen Systemen verlieren würden.