Der Geothermie-Entwickler Fervo Energy gab am Dienstag bekannt, dass er im Rahmen seines aufgestockten US-Börsengangs 1.89 Milliarden Dollar eingesammelt hat. Dies unterstreicht den robusten Appetit der Investoren auf die Notierung.

Das in Houston ansässige Unternehmen verkaufte 70 Millionen Aktien zu je 27 Dollar, was einer Bewertung von rund 7.66 Milliarden Dollar entspricht. Die Preisspanne war Anfang der Woche von ursprünglich 21 bis 24 Dollar auf 25 bis 26 Dollar pro Aktie angehoben worden.

Die sprunghaft ansteigende Nachfrage von Rechenzentren für KI-Anwendungen, gepaart mit der rasanten Elektrifizierung in den Bereichen Verkehr, Wohnen und anderen Industrien, verknappt das US-Stromangebot. Dies treibt die Strompreise in die Höhe und erhöht den Bedarf an verlässlicher Energie.

Fervo entwickelt fortschrittliche Geothermiesysteme, die rund um die Uhr kohlenstofffreien Strom erzeugen und damit eine verlässliche Alternative zu wetterabhängiger Solar- und Windkraft bieten.

Das Unternehmen ist eines von drei Unternehmen, die in dieser Woche einen Börsengang in Milliardenhöhe anstreben, neben dem KI-Chiphersteller Cerebras Systems und dem Blackstone Digital Infrastructure Trust.

J.P. Morgan, BofA Securities, RBC Capital Markets und Barclays fungierten als Joint Lead Bookrunner für die Emission von Fervo Energy. Das Unternehmen strebt eine Notierung an der Nasdaq unter dem Symbol 'FRVO' am Mittwoch an.

Fervo nutzt die EGS-Technologie (Enhanced Geothermal Systems), um die Skalierbarkeitshürden der traditionellen Geothermie zu überwinden, die auf seltene Bedingungen wie vulkanische Aktivität angewiesen ist. Dabei kommen Instrumente zur Untergrundüberwachung zum Einsatz, einschließlich KI-gestützter Glasfaser-Sensorik.

Zudem baut das Unternehmen sein Vorzeigeprojekt 'Cape Station' in Utah auf, das voraussichtlich das weltweit größte Geothermieprojekt der nächsten Generation sein wird und noch in diesem Jahr mit der Stromlieferung beginnen soll.

Der Börsengang erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Spannungen im Nahen Osten die Rohölpreise über 100 Dollar pro Barrel getrieben haben, was die Attraktivität von US-Energieanlagen erhöht.

Die Geothermie hat zudem von einer günstigeren regulatorischen Haltung unter US-Präsident Donald Trump profitiert als andere erneuerbare Energien, auch wenn dieser Maßnahmen aus der Ära von Joe Biden rückgängig machte, die darauf abzielten, die größte Volkswirtschaft der Welt von fossilen Brennstoffen wegzuführen.