Diese falkenhaften Äußerungen fallen nur zwei Wochen vor der ersten geldpolitischen Sitzung unter dem Vorsitz von Kevin Warsh. Sie erfolgen vor dem Hintergrund eines steigenden Inflationsdrucks und der wachsenden Überzeugung unter seinen neuen Kollegen, dass dieser Druck nicht nachlassen wird, sofern die Zentralbank nicht energischer gegensteuert.
Die Finanzierungsbedingungen seien laut Logan weiterhin akkommodierend, da der anhaltende Boom bei KI-Investitionen die Nachfrage anheize, ohne bisher disinflationäre Effekte durch Produktivitätsgewinne zu liefern. Warsh hingegen vertritt die Auffassung, dass KI eine disinflationäre Kraft darstellt.
Die Konsumausgaben seien weiterhin stark, so Logan, obwohl höhere Energiepreise insbesondere Haushalte mit geringerem Einkommen belasten.
'Diese Bedingungen deuten darauf hin, dass die Geldpolitik die Wirtschaft nicht ausreichend bremst', sagte Logan in ihrem für El Paso, Texas, vorbereiteten Manuskript.
Unterdessen nehme die Inflation wieder an Fahrt auf. Dies sei nicht nur auf die Zollanhebungen des vergangenen Jahres und den kriegsbedingten Ölpreisanstieg im Iran in diesem Jahr zurückzuführen, sondern auch auf andere Faktoren, erklärte sie.
Mit Blick auf verschiedene Kennzahlen der Kerninflation scheine sich der Trend eher im Bereich von 2,5 % zu stabilisieren, anstatt auf das 2%-Ziel der Fed zurückzufallen.
'Ich bin zunehmend besorgt, dass höhere Zinssätze im weiteren Jahresverlauf notwendig sein könnten, um die Preisstabilität vollständig wiederherzustellen und beide Seiten des dualen Mandats der Fed angemessen auszubalancieren', so Logan.
Logan gehörte bei der letzten Fed-Sitzung zu den drei Entscheidungsträgern, die ein Minderheitsvotum abgaben. Sie argumentierten, die Fed solle signalisieren, dass eine Zinserhöhung - und nicht nur eine Zinssenkung - der nächste Schritt der Notenbank sein könnte. (Berichterstattung: Ann Saphir; Redaktion: Andrea Ricci)






















