04. Jun (Reuters) - Die US-Wirtschaftsaktivität hat in den vergangenen Wochen leicht zugenommen, leidet jedoch unter den gestiegenen Energiepreisen infolge des Iran-Krieges. Das geht aus dem am Mittwoch veröffentlichten Konjunkturbericht "Beige Book" der US-Notenbank Fed hervor. Die Beschäftigung habe sich demnach kaum verändert. Die mit dem Konflikt verbundenen Energiekosten seien der Haupttreiber für den Inflationsdruck, hieß es in dem Bericht. Dies wirke sich auf Bereiche wie Verkehr, Verpackungen, Lebensmittel und Düngemittel aus. Die Geschäftsaussichten für die kommenden sechs Monate blieben aufgrund der hohen Unsicherheit und Anzeichen für sinkende Konsumausgaben verhalten.

Der Bericht erscheint zwei Wochen vor der ersten Zinssitzung unter der Leitung des neuen Fed-Chefs Kevin Warsh. Er hatte das Amt Ende Mai von Jerome Powell übernommen. Innerhalb der Notenbank wachsen angesichts der jüngsten Preisentwicklung die Zweifel an baldigen Zinssenkungen. Die Inflation war im April auf 3,8 Prozent gestiegen und liegt damit deutlich über dem Zielwert der Fed von zwei Prozent. Zuletzt mehrten sich unter den Währungshütern die Stimmen, den Leitzins für längere Zeit auf dem aktuellen Niveau von 3,50 bis 3,75 Prozent zu belassen oder ihn sogar anzuheben. US-Präsident Donald Trump hatte Warsh mit der ausdrücklichen Erwartung ernannt, die Zinsen zu senken, hatte dies angesichts der gestiegenen Benzinpreise jedoch vorerst zurückgestellt.

(Bericht von Ann SaphirBearbeitet von Scot W. Stevenson, Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)