Neel Kashkari, Präsident der Federal Reserve Bank von Minneapolis, äußerte sich am Mittwoch optimistisch über die wirtschaftlichen Aussichten und erwartet ein Nachlassen der Inflation, wobei jedoch unklar bleibt, in welchem Ausmaß dies geschehen wird.
Meine Prognose für die US-Wirtschaft ist, dass wir ein ziemlich gutes Wachstum in der Zukunft sehen werden, sagte der Notenbanker bei einer virtuellen Veranstaltung. Ich denke, die Inflation geht zurück Die Frage ist nur: Liegt sie bis zum Jahresende bei zweieinhalb Prozent, knapp darunter oder vielleicht auch darüber? Das weiß ich nicht.
Kashkari, der in diesem Jahr im geldpolitischen Ausschuss (Federal Open Market Committee) stimmberechtigt ist, äußerte sich nicht konkret zur weiteren Zinsentwicklung nach der Lockerungsrunde im vergangenen Jahr, die den Leitzins der Notenbank in eine Spanne von 3,5 % bis 3,75 % brachte. Die Fed-Vertreter haben für dieses Jahr eine Zinssenkung um einen Viertelprozentpunkt in Aussicht gestellt, bislang jedoch keinen Zeitpunkt genannt, da sie beobachten wollen, wie stark die Inflation tatsächlich zurückgeht, während der Arbeitsmarkt angespannt bleibt.
Kashkari äußerte sich zu einem Zeitpunkt, an dem die Fed von der Regierung Trump verstärkt unter Druck gesetzt wird. Die rechtlichen Schritte werden von der Notenbank als Strafe dafür gesehen, dass sie keine Anweisungen von Präsident Donald Trump annimmt. Das Weiße Haus will in Kürze einen Nachfolger für Fed-Chef Jerome Powell benennen, dessen Amtszeit im Mai endet. Es herrscht große Unsicherheit darüber, wer das Amt übernehmen wird und wie unabhängig diese Person vom politischen Prozess sein wird.
Wer auch immer es wird, muss seine besten Argumente gegenüber dem Rest des Ausschusses vorbringen, um die geeignete Geldpolitik zur Erfüllung unseres von Kongress erteilten Doppelmandats zu vertreten. Diese Person hat eine Stimme, und das beste Argument setzt sich durch, sagte Kashkari und deutete damit an, dass andere Fed-Mitglieder den Vorsitzenden überstimmen könnten, wenn sie es für richtig hielten.
Kashkari sagte in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit der New York Times, dass die Angriffe der Trump-Regierung auf die Fed im Grunde um Geldpolitik gingen.
In seinem Auftritt betonte Kashkari, dass man in diesem Jahr beide Seiten unseres Doppelmandats wirklich im Auge behalten muss. Zwar sei es entscheidend, die Inflation wieder auf das Ziel zu bringen, doch wenn wir mit den Zinsen zu aggressiv vorgehen, könnte das dem Arbeitsmarkt schaden, was ebenfalls ein unerwünschtes Ergebnis wäre.
Kashkari sagte zudem, dass er bislang noch keinen breiten Anstieg finanzieller Notlagen beobachtet habe, wenngleich viele Menschen unter Druck stünden. Das könnte auch daran liegen, dass die Inflation weiterhin deutlich über dem Zielwert liegt.




















