(Alliance News) - Der Rückhalt auf europäischer Ebene für die von UniCredit lancierte Operation auf die Commerzbank festigt sich. EZB-Vizepräsident Luis de Guindos und der ehemalige italienische Premierminister Enrico Letta verteidigten das Vorhaben öffentlich an jenem Tag, an dem CEO Andrea Orcel zu Gesprächen mit der Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, Teresa Ribera, und der Kommissarin für Finanzdienstleistungen, Maria Luís Albuquerque, in Brüssel weilte, wie 'Il Sole 24 Ore' am Mittwoch berichtete.
De Guindos kritisierte in einem Interview mit der 'Financial Times' den Widerstand der deutschen Bundesregierung gegen die Transaktion. Er argumentierte, dass 'derartige nationale Botschaften die Glaubwürdigkeit der Spar- und Investitionsunion untergraben' und dem 'Geist des Binnenmarktes' widersprechen.
Die Nummer zwei der EZB bekräftigte, dass die Eurozone als 'einheitliche Jurisdiktion' mit freiem Kapital- und Liquiditätsfluss betrachtet werden sollte. Er unterstrich die Unterstützung der Institution für grenzüberschreitende Zusammenschlüsse, um europäische Konzerne zu schaffen, die mit den US-Bankenriesen konkurrieren können.
In die gleiche Kerbe schlug Letta, Präsident des Jacques-Delors-Instituts, der während einer Konferenz in Rom die 'Fragmentierung des europäischen Bankensystems' anprangerte. Er bezeichnete die Institute des Kontinents als einen 'versteinerten Wald', der von politisch geschützten nationalen Champions dominiert werde. Laut Letta sind die 36 größten Banken der Welt amerikanisch, während die erste europäische Bank erst auf Platz 37 erscheint.
Für Orcel zielt die Operation zwischen der Commerzbank und der HVB darauf ab, einen deutschen Banken-Champion zu schaffen, der in der Lage ist, die Wirtschaft des Landes zu stützen. Auf politischer Ebene drängt die AfD-Partei jedoch weiterhin darauf, dass Kanzler Friedrich Merz das 'Golden Power'-Instrument nutzt, um die Transaktion zu blockieren, indem die Commerzbank zur strategischen nationalen Infrastruktur erklärt wird.
UniCredit hat unterdessen im Einklang mit den deutschen Übernahmevorschriften gehandelt.
Im Falle des Überschreitens der Schwelle von 30% der Stimmrechte würde normalerweise ein Pflichtangebot ausgelöst, doch die für freiwillige öffentliche Angebote vorgesehene Ausnahme verhindert diese Verpflichtung.
Von Antonio Di Giorgio, Alliance News Reporter
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