Im November hat die Inflation in den 20 Ländern der Eurozone wieder angezogen: Sie stieg auf 2,2 % nach 2,1 % im Oktober. Von Reuters befragte Analysten hatten lediglich mit einer unveränderten Entwicklung gerechnet.

 

Inflation in der Eurozone. Quellen: Eurostat, Trading Economics

Diese überraschende Aufwärtsbewegung ist vor allem darauf zurückzuführen, dass der Rückgang der Energiepreise schwächer ausfiel als erwartet, während die Lebensmittelpreise sowie die Kerninflation stabil blieben.

Vorerst gut aufgestellt

Diese Zahlen sprechen klar dafür, dass die EZB bei ihrer nächsten Sitzung am 18. Dezember den aktuellen Kurs beibehält. Nach acht aufeinanderfolgenden Zinssenkungen hält die Zentralbank ihren wichtigsten Leitzins bereits seit Juni bei 2 % – einem Niveau, das als neutral gilt.

Zumal sich auch das Wachstum bislang widerstandsfähig zeigt: Die OECD hat ihre Prognosen für die Eurozone heute angehoben und rechnet nun mit einem Wachstum von 1,3 % in diesem Jahr und 1,2 % im Jahr 2026 (zuvor 1,2 % bzw. 1 %).

Allerdings ist die Debatte um Zinssenkungen damit noch nicht endgültig beendet. Viele Prognosen, darunter auch die der EZB vom September, erwarten für 2026 eine Inflation unterhalb des Zielwerts.

Für die kommenden geldpolitischen Entscheidungen der EZB werden zudem die Ergebnisse des deutschen Konjunkturprogramms von zentraler Bedeutung sein.

Die größte Volkswirtschaft der Eurozone stagniert seit Jahren, und viele setzen darauf, dass fiskalische Impulse Deutschland zurück auf einen Wachstumspfad führen und wieder zum Motor der Eurozone machen.

Doch bislang lassen die erhofften Effekte auf sich warten. Entsprechend hat die OECD ihre Wachstumsprognose für Deutschland für 2026 auf lediglich 1 % nach unten korrigiert.