Der deutsche Energieversorger EWE plant keine Teilnahme an der bevorstehenden Ausschreibung für neue Kraftwerkskapazitäten in Europas größter Volkswirtschaft, wie der Vorstandsvorsitzende mitteilte. Dies könnte sich jedoch in späteren Ausschreibungsrunden, die für das laufende Jahrzehnt vorgesehen sind, ändern.
Deutschland hatte Anfang dieses Monats bekannt gegeben, dass es mit der Europäischen Kommission eine Einigung über den Bau neuer Kraftwerke erzielt hat. Im Jahr 2026 sollen demnach Kapazitäten im Umfang von 12 Gigawatt (GW) ausgeschrieben werden, wobei der Schwerpunkt auf Gaskraftwerken liegt.
Ziel dieser Pläne ist es, die Versorgungssicherheit durch grundlastfähige Kraftwerke zu gewährleisten, angesichts des Kohleausstiegs und der schwankenden Einspeisung erneuerbarer Energien.
Das Ministerium erklärte, dass es weitere Ausschreibungen für neue Kapazitäten in den Jahren 2027 sowie 2029/2030 geben werde, die ebenfalls bis 2031 verfügbar sein müssen. Diese künftigen Ausschreibungen sind auch für bestehende Standorte geöffnet.
„Wir werden an der ersten Runde nicht teilnehmen. Wir müssen abwarten, wir wollen zuerst das Ausschreibungsdesign kennen“, sagte Stefan Dohler gegenüber Reuters auf dem Handelsblatt-Energiegipfel.
„Das könnte für kleinere Anlagen interessant sein, aber das ist nicht unser Hauptfokus. Hier geht es um einen Bereich im dreistelligen Megawattbereich.“
EWE, an dem die Private-Equity-Gesellschaft Ardian 26% hält, investiert derzeit bis zu 16 Milliarden Euro (19,2 Milliarden US-Dollar) bis zum Jahr 2035, darunter 1 Milliarde Euro in Wasserstoffprojekte, die unter verstärkter Beobachtung der Investoren stehen.
Wettbewerber wie RWE und Uniper haben ihre Grünwasserstoffprojekte aufgrund von Kostensteigerungen und Unsicherheit über die Wettbewerbsfähigkeit der Technologie gestoppt, reduziert oder verzögert.
„Das Thema erfordert derzeit unternehmerischen Mut“, sagte Dohler und fügte hinzu, dass EWE aktuell keine neuen Investitionsentscheidungen im Wasserstoffbereich plane, da die Projekte momentan nicht wirtschaftlich seien.
(1 US-Dollar = 0,8356 Euro)



















