Reuters berichtet, dass Eutelsat Gespräche mit der indischen Weltraumforschungsorganisation (ISRO) über künftige Satellitenstarts führt. Eutelsat stellte jedoch klar, dass noch keine Vereinbarung getroffen wurde. Durch diese potenzielle Partnerschaft versucht Eutelsat, seine Partnerbasis zu diversifizieren und die Abhängigkeit von SpaceX und Ariane-Raketen zu begrenzen, nachdem der Zugang zu den russischen Sojus-Trägern verloren ging.

CEO Jean-François Fallacher erklärte gegenüber Reuters, dass "Startkapazitäten sehr lange im Voraus geplant werden müssen". Der Manager hob zudem die strategische Bedeutung des indischen Marktes hervor.

Seit der Fusion mit OneWeb im Jahr 2023 stützt sich Eutelsat auf eine expandierende Konstellation mit derzeit 650 Satelliten, wobei in naher Zukunft mehr als 1.000 erwartet werden. Airbus fertigt 440 zusätzliche Satelliten, während das europäische Projekt IRIS² die Infrastruktur weiter stärken soll.

Die Gruppe gibt an, bis 2031 durchfinanziert zu sein, nachdem eine Refinanzierung in Höhe von 5.000 Mio. EUR den französischen Staat zum Hauptaktionär gemacht hat. Bis 2030 plant das Unternehmen Investitionen von rund 2.000 Mio. EUR für künftige Satelliten, wobei die Starts 30% bis 40% der Kosten ausmachen.

Zur Erinnerung: Der Eutelsat-Chef war im Februar gemeinsam mit Emmanuel Macron nach Neu-Delhi gereist und hatte dort den indischen Telekommunikationsminister sowie Vertreter der Regulierungsbehörden getroffen, um über den Marktzugang zu beraten.

"Dieses Thema ist von entscheidender Bedeutung, da Eutelsat und andere Satelliten-Internetbetreiber noch immer auf die kommerzielle Genehmigung der indischen Telekommunikationsbehörde warten. Wir gehen davon aus, dass Eutelsat diese Lizenz noch in diesem Jahr erhalten wird", so Utsav Sinha, zuständiger Analyst bei AlphaValue.

Der Analyst berichtet ferner, dass einer der wichtigsten strategischen Investoren von Eutelsat Sunil Bharti Mittal ist, Eigentümer von Airtel, dem zweitgrößten indischen Telekommunikationsbetreiber, der enge Verbindungen zur Regierung pflegt. "Diese Unterstützung könnte ausschlaggebend dafür sein, die Infrastruktur von Eutelsat zu nutzen, um abgelegene Gebiete in Indien mit Internetzugang zu versorgen, insbesondere für Bildung und Gesundheit, im Einklang mit der Regierungspolitik und als Ergänzung zum kommerziellen Geschäft", schließt der Broker.

Die Eutelsat-Aktie gibt am späten Vormittag in Paris um 2,8% nach, verzeichnet jedoch seit Jahresbeginn weiterhin ein Plus von rund 20%.