Der Preis für ein Fass der Sorte Brent setzt seine Abwärtsbewegung fort und notiert aktuell bei 83,60 USD, während der europäische Volatilitätsindex auf den niedrigsten Stand seit dem 26. Februar gefallen ist – dem Zeitpunkt unmittelbar vor Ausbruch der Feindseligkeiten.

Werte aus den Sektoren Bau, Automobil und Tourismus gehören zu den Hauptprofiteuren dieser Entwicklung. In Paris klettert Air France-KLM um fast 3%, ebenso wie Accor, beflügelt durch die Aussicht auf eine dauerhafte Entspannung der geopolitischen Lage.

Im Gegensatz dazu verliert TotalEnergies 5% und bildet das Schlusslicht im CAC 40, belastet durch sinkende Ölpreise infolge der Hoffnungen auf eine Wiederöffnung der Straße von Hormus.

Saint-Gobain (+5,65%) führt die Gewinnerliste am Pariser Parkett an. Der Konzern gab die Unterzeichnung einer endgültigen Vereinbarung über den Verkauf seines Fachhandelsgeschäfts in Schweden, Norwegen und Dänemark bekannt. Die Aktivitäten, die hauptsächlich unter der Marke Dahl firmieren, gehen an Kesko, einen führenden nordeuropäischen Handelsakteur.

An den übrigen europäischen Plätzen sorgt AT&S (Austria Technologie & Systemtechnik) an der Wiener Börse für Furore: Die Aktie schießt um 28% nach oben, nachdem das Unternehmen seine Ziele infolge einer Partnerschaft mit dem US-Giganten AMD massiv angehoben hat.

In der Nacht von Sonntag auf Montag gaben Washington und Teheran den Abschluss einer Grundsatzvereinbarung bekannt, die die Feindseligkeiten in der Region beenden soll. Das Dokument, dessen Unterzeichnung für den 19. Juni in Genf geplant ist, dient als Rahmen für eine 60-tägige Verhandlungsphase. Dabei stehen insbesondere das iranische Atomprogramm, die Bestände an angereichertem Uran sowie die Aufhebung der US-Sanktionen im Fokus.

Donald Trump begrüßte die Einigung auf Truth Social und kündigte die Wiederöffnung der Straße von Hormus ohne Durchgangsgebühren sowie das Ende der US-Seeblockade an. „Schiffe aus aller Welt, startet die Motoren. Lasst das Öl fließen!“, schrieb er.

Von israelischer Seite erklärte Verteidigungsminister Israel Katz, sein Land erwarte von dem Abkommen, dass es das gemeinsame Ziel mit den USA garantiere, den Iran am Erwerb von Kernwaffen zu hindern. Er bekräftigte zudem, dass Israel seine Handlungsfreiheit zur Abwehr dieser Bedrohung behalten und seine Sicherheitspositionen im Libanon, in Syrien und im Gazastreifen beibehalten werde.

Die Anleger richten ihren Blick in dieser Woche zudem auf mehrere große Notenbanken: Die US-Notenbank (Fed), die Bank of Japan (BoJ) und die Bank of England (BoE) werden ihre geldpolitischen Entscheidungen bekannt geben.

Am heutigen Montag stehen zudem wichtige Konjunkturdaten auf der Agenda, darunter die Handelsbilanz und die Industrieproduktion in der Eurozone. Am Devisenmarkt legt der EUR leicht um 0,02% auf 1,1605 USD zu.