In Paris verbrachte der CAC 40 die gesamte Sitzung unter seinem Gleichgewichtspunkt und schloss mit einem Minus von 0,71 % bei 7.984,44 Punkten. Gleiches galt für den FTSE 100 in London, der 0,59 % auf 10.292,46 Punkte verlor. Der DAX 40 beendete den Tag ebenfalls im Minus, obwohl ihm um die Mittagszeit ein kurzer Vorstoß in die Gewinnzone gelungen war. Letztlich gab der Frankfurter Leitindex nur 0,29 % auf 23.572,44 Punkte nach.

Die Augen der Anleger sind weiterhin auf den Nahen Osten gerichtet. Diejenigen, die Donald Trump glaubten, als er vor einigen Tagen von einem kurzen Konflikt sprach, bereuen dies heute. Israel Katz, der Verteidigungsminister des jüdischen Staates, erklàrte kürzlich, dass die Offensive gegen Teheran "so lange wie nötig" andauern werde, "bis wir alle Ziele erreicht haben und über den Ausgang des Feldzugs entscheiden".

Die Taktik des Irans scheint darauf abzuzielen, einen Abnutzungskrieg zu führen, um seine Gegner finanziell zu belasten. Zudem will die Islamische Republik ihren geografischen Vorteil nutzen, indem sie die Straße von Hormus blockiert, durch die 20 bis 25 % des weltweiten Erdöls sowie zahlreiche andere Güter transportiert werden. In einer am Donnerstag veröffentlichten Botschaft rief der neue Oberste Führer, Mojtaba Khamenei, dazu auf, die Blockade dieser Meerenge fortzusetzen.

In der vorangegangenen Nacht wurden zwei irakische Tanker in internationalen Gewàssern angegriffen. Infolgedessen stiegen die Ölpreise erneut an. Die Ankündigung der Freigabe von 400 Millionen Barrel aus den strategischen Reserven der Mitgliedslànder der Internationalen Energieagentur trug kaum zur Beruhigung der Spannungen bei. Zum Zeitpunkt des europàischen Börsenschlusses legte die Sorte WTI in New York um 2,66 % auf 94,91 Dollar zu, wàhrend Brent aus der Nordsee um 6,28 % auf 99,47 Dollar stieg.

Um sich von den Sorgen um die Rohölpreise zu distanzieren, erklàrte Donald Trump auf X: "Die USA sind mit Abstand der größte Ölproduzent der Welt. Wenn also die Ölpreise steigen, verdienen wir viel Geld. ABER was mich als Pràsident viel mehr interessiert und kümmert, ist zu verhindern, dass ein 'Reich des Bösen', der Iran, Atomwaffen erhàlt und den Nahen Osten und letztlich die Welt zerstört."

Unternehmensnachrichten...

Abivax stand zu Beginn der Sitzung besonders im Fokus und legte zeitweise um 18 % zu, um schließlich mit einem Plus von 6,75 % zu schließen. Laut "La Lettre" hat das französische Biotechnologieunternehmen AstraZeneca bis zum 23. Màrz exklusiven Zugang zu seinen Daten gewàhrt. Bis zu diesem Datum hat der schwedisch-britische Pharmakonzern die Möglichkeit, ein öffentliches Übernahmeangebot (OPA) abzugeben. Ein Sprecher des Konzerns dementierte diese Gerüchte jedoch gegenüber Bloomberg.

JC Decaux sprang um 14,77 % nach oben und erzielte damit die beste Performance im SBF 120-Index, nachdem das Unternehmen solide Jahreszahlen und einen günstigen Ausblick pràsentiert hatte. Der Konzern wies einen Nettogewinn von 262,6 Millionen Euro aus, was einem Anstieg von 22,8 % entspricht (ohne Berücksichtigung des außerordentlichen Veràußerungsgewinns aus dem Verkauf von Anteilen an der Schweizer Gruppe APG SGA im Jahr 2024).

In Deutschland tat sich Zalando mit einem Sprung von 9,80 % hervor. Der Konzern veröffentlichte Ergebnisse für das vierte Quartal, die deutlich über den Erwartungen der Analysten lagen, und gab ermutigende Prognosen für das Geschàftsjahr 2026 ab.

BMW beendete den Handel mit einem Plus von 0,93 %, trotz wenig überraschender Ziele für 2026, die laut Oddo BHF jedoch schwer zu erreichen sein dürften.

In Mailand stieg die Aktie von Leonardo um 5,69 %. Der italienische Rüstungs- und Luftfahrtkonzern stellte eine Aktualisierung seines Industrieplans 2026-2030 vor. Leonardo erwartet bis 2030 eine starke Verbesserung seiner wichtigsten Finanzkennzahlen, getrieben durch das Wachstum bei Sicherheitstechnologien und Multi-Domain-Fàhigkeiten. Das Unternehmen strebt für 2030 einen Umsatz von 30 Milliarden Euro an, verglichen mit den für 2025 erwarteten 19,5 Milliarden Euro, was einer Steigerung von etwa 54 % in diesem Zeitraum entspricht.

Ebenfalls in Italien legte der Titel Salvatore Ferragamo um 10,93 % zu. Das italienische Luxushaus meldete für 2025 sinkende Umsàtze und Jahresverluste. Die Tatsache, dass diese Ergebnisse jedoch weniger schlecht als erwartet ausfielen, wurde von den Anlegern als erstes Zeichen einer möglichen Erholung gewertet.

Makroökonomische Daten und Devisen...

Auf der statistischen Ebene kamen die Nachrichten vor allem aus den USA. Die wöchentlichen Erstantràge auf Arbeitslosenhilfe lagen mit 213.000 Neuanmeldungen fast genau im Rahmen der Erwartungen (214.000 erwartet). Die Daten der Vorwoche wurden leicht von 213.000 auf 214.000 Einheiten nach oben korrigiert.

Ebenfalls im Land von Onkel Sam fiel das Handelsbilanzdefizit im Januar mit 54,50 Milliarden Dollar geringer aus als die geschàtzten 66,60 Milliarden Dollar.

Am Devisenmarkt verlor der Euro gegenüber dem Greenback an Boden (-0,15 %) und wurde bei 1,1525 Dollar gehandelt.