Leonardo, Rheinmetall und Thales bleiben die Top-Empfehlungen - "Outperform"

Bernstein bestätigt seine Einstufung „Outperform“ für Leonardo, Rheinmetall und Thales.

Leonardo (minus 0,15 % auf 52 Euro) zählt laut Analyst Adrien Rabier zu den attraktivsten Investmentchancen der Branche. Der italienische Konzern dürfte dank seiner starken Position in den Bereichen Verteidigungselektronik, Luftverteidigung und Lenkwaffen weiterhin Ergebnisse über den Markterwartungen liefern. Zusätzliche Wachstumsimpulse erwartet Bernstein von mehreren Gemeinschaftsunternehmen sowie vom US-Geschäft. Nach dem Kursrückgang infolge des überraschenden Wechsels an der Unternehmensspitze sei die Bewertung im Branchenvergleich weiterhin attraktiv. Das Kursziel liegt bei 65 Euro.

Rheinmetall (minus 0,15 % auf 1.205 Euro) bleibt der langfristige Favorit des Analysehauses. Trotz der deutlichen Kurskorrektur der vergangenen Monate sieht Bernstein beim deutschen Rüstungskonzern das überzeugendste Wachstumsprofil im Sektor. Die jüngste Schwächephase sei vor allem auf Sorgen über mögliche Verzögerungen bei der Auftragsabwicklung, Waffenstillstandsinitiativen in der Ukraine oder Veränderungen bei den militärischen Bedarfen zurückzuführen – nicht jedoch auf eine Verschlechterung der operativen Entwicklung. Sollte Rheinmetall im zweiten Quartal sein Umsatzziel von 60 % Wachstum erreichen, sieht Bernstein erhebliches Aufholpotenzial. Das Kursziel beträgt 1.900 Euro.

Für Thales (plus 0,60 % auf 233 Euro) hebt Bernstein das Kursziel von 260 auf 290 Euro an. Die Analysten gehen davon aus, dass die Bedenken rund um das Cybersecurity-Geschäft nachlassen werden, nachdem die Markterwartungen bereits deutlich zurückgenommen wurden. Gleichzeitig traut Bernstein den Kernaktivitäten in den Bereichen Verteidigung, Elektronik und Luftverteidigung weiterhin ein überdurchschnittliches Wachstum zu. Starke Halbjahreszahlen und ein schwindendes negatives Sentiment gegenüber der Cyber-Sparte könnten die Aktie zusätzlich stützen.

BAE Systems, Dassault Aviation und TKMS nur mit „Market Perform“

Dagegen bleibt Bernstein für BAE Systems, Dassault Aviation und TKMS bei der Einstufung „Market Perform“.

BAE Systems (unverändert bei 1.934 Pence) dürfte von steigenden US-Verteidigungsausgaben profitieren. Die Vereinigten Staaten stehen für rund 45 % des Konzernumsatzes. Wachstumstreiber seien insbesondere die Bereiche Raketen, Luftverteidigung und Raumfahrt. Allerdings begrenze die starke Diversifikation des Konzerns das Wachstumspotenzial im Vergleich zu stärker spezialisierten Wettbewerbern. Das Kursziel liegt bei 2.050 Pence.

Auch Dassault Aviation (plus 0,60 % auf 297 Euro) verfügt nach Einschätzung von Bernstein über ein solides Wachstumsprofil. Der Auftragsbestand für den Kampfjet Rafale könnte mit dem erwarteten Großauftrag aus Indien auf mehr als 300 Flugzeuge anwachsen. Kurzfristig bleiben die Analysten jedoch vorsichtig. Langsamere Falcon-Auslieferungen als erwartet sowie Margendruck durch Probleme in den Lieferketten könnten die Entwicklung belasten. Obwohl die Bewertung attraktiv erscheine, sei der bereits sehr hohe Auftragsbestand ein Grund dafür, dass neue Bestellungen den Aktienkurs nur begrenzt beeinflussen dürften. Das Kursziel liegt bei 330 Euro.

TKMS (minus 2,40 % auf 72 Euro) könnte von mehreren bedeutenden Ausschreibungen profitieren, insbesondere im U-Boot-Geschäft in Kanada und Indien. Als größte Chance betrachtet Bernstein das kanadische Programm über zwölf U-Boote, das zudem auf starke politische Unterstützung aus Berlin zählen könne. Der Auftragsbestand von bereits mehr als 20 Mrd. Euro sorgt zwar für hohe Visibilität. Allerdings sei die Bewertung anspruchsvoll für ein Unternehmen, das in einem komplexen Schiffbausegment tätig ist, das historisch schwächere Renditen als andere Bereiche der Rüstungsindustrie erzielt habe. Das Kursziel beträgt 76 Euro.