Europäische Börsen zögern, hin- und hergerissen zwischen unterschiedlichen Dynamiken
Die wichtigsten europäischen Börsen dürften am Mittwochmorgen ohne klare Richtung eröffnen. Der von den Anlegern angestrebte Rebound wird durch eine Reihe von enttäuschenden Ergebnissen mehrerer Großkonzerne, darunter des dänischen Pharmariesen Novo Nordisk, sowie durch den Rückgang einiger Technologiewerte gestern Abend an der Wall Street gebremst.
Veröffentlicht am 04.02.2026 um 08:45
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Während die Gold- und Silberpreise nach ihrem Einbruch am vergangenen Freitag und Montag wieder zulegen können, scheint die Risikobereitschaft nun durch eine Reihe von Unternehmenszahlen, die hinter den Erwartungen zurückbleiben, gebremst zu werden.
"Die Märkte werden derzeit von mehreren großen Dynamiken gleichzeitig erschüttert, von denen einige häufig besonders heftige Bewegungen auslösen", stellen die Analysten der Danske Bank am Morgen fest.
Auf der Seite der Quartalsergebnisse erwies sich die jüngste Zahlenflut kaum als erfreulich, was angesichts der derzeit hohen Bewertungen an den Märkten zu erhöhter Vorsicht führt.
Novo Nordisk dürfte am Mittwoch zum Börsenstart in Kopenhagen stark einbrechen, nachdem das Unternehmen eine Gewinnwarnung für 2026 ausgesprochen hat. Der Pharmakonzern rechnet mit einem Rückgang des Umsatzes und des operativen Gewinns um 5% bis 13% bei konstanten Wechselkursen, was deutlich unter den Markterwartungen liegt.
Unter den weiteren Unternehmen, die heute Morgen ihre Ergebnisse vorgelegt haben, konnten auch Branchengrößen wie Crédit Agricole, Equinor und Novartis nicht überzeugen.
Auf der anderen Seite des Atlantiks konnte AMD im letzten Quartal die Prognosen dank eines von der KI getragenen Wachstums von 34% übertreffen, dennoch wurde die Aktie am Mittwoch mit einem Minus von 7% erwartet, im Sog der Verkaufswelle, die gestern Abend die Wall Street erfasste.
Vor allem Softwarewerte gerieten massiv unter Druck, nachdem Anthropic ein Tool vorgestellt hatte, das juristische Arbeit automatisieren soll. Dies verstärkte die wahrgenommene Bedrohung für Software- und Dienstleistungsunternehmen, die in den letzten Monaten ohnehin im Fokus der Anleger standen.
Zum Handelsschluss konnte der Dow Jones seinen Rückgang auf 0,3% begrenzen, während der Nasdaq 100 um mehr als 1,5% nachgab.
Die Anleger werden heute Abend die Ergebnisse von Alphabet aufmerksam verfolgen, um zu beurteilen, ob der Tech-Gigant in der Lage ist, die inzwischen besonders nervösen Märkte in Bezug auf den Sektor zu beruhigen.
Die Marktteilnehmer scheinen zudem eine Verschnaufpause einlegen zu wollen, zu Beginn einer Sitzung, die von der Veröffentlichung zahlreicher Konjunkturindikatoren geprägt sein wird.
In Europa wird der Vormittag von den Einkaufsmanagerindizes (PMI) für den Dienstleistungssektor bestimmt, doch die Aufmerksamkeit der Märkte dürfte sich am Nachmittag hauptsächlich auf die ISM-Dienstleistungsumfrage in den USA richten, die nach 54,4 im Vormonat nun bei 53,5 erwartet wird.
Neben der Gesamtzahl wird dieser Indikator nach der positiven Überraschung beim ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe am Montag sowie aufgrund der gestiegenen Bedeutung der Komponente Beschäftigung genau beobachtet werden, da der offizielle Arbeitsmarktbericht für Januar am Freitag nicht veröffentlicht wird.
Vor diesem Hintergrund wird der ADP-Bericht zur privaten Beschäftigung in den USA, der zur Mittagszeit erwartet wird, ebenfalls eine ungewohnt hohe Bedeutung haben, mit rund 45.000 erwarteten neuen Stellen im Privatsektor im Januar.
Das Augenmerk richtet sich am Morgen auch auf die Veröffentlichung der Inflation in der Eurozone, die im Januar aufgrund von Basiseffekten im Energiebereich um 0,2 Prozentpunkte auf 1,7% im Jahresvergleich zurückgegangen sein dürfte, während die Kerninflation stabil bei 2,3% auf Jahressicht bleiben sollte.
Wie dem auch sei, es erscheint wenig wahrscheinlich, dass diese Daten die geldpolitischen Aussichten der EZB wesentlich verändern werden, die bei ihrer morgigen Sitzung voraussichtlich an ihrem "Status quo" bei den Zinsen festhalten wird.

















