An der geopolitischen Front erklärte Donald Trump, er sei 'nur eine Stunde' davon entfernt gewesen, den Befehl für Angriffe auf den Iran zu erteilen, bevor er auf Ersuchen führender Vertreter der Golfstaaten davon Abstand nahm, um den Verhandlungen eine Chance zu geben. Er warnte jedoch, dass neue Schläge weiterhin möglich blieben, sollte keine Einigung erzielt werden, die Teheran am Zugang zu Nuklearwaffen hindert. Der Iran warnte umgehend vor jeglichen neuen US-Angriffen, während Katar dazu aufrief, der Diplomatie 'mehr Zeit' einzuräumen, um den fragilen Waffenstillstand zu wahren und eine erneute Eskalation in der Region zu vermeiden.

In diesem Umfeld verteuerte sich die Sorte Brent um 0,64% auf 110,34 Dollar.

Die Anleger zeigen sich zudem besorgt über den Wiederanstieg der US-Anleiherenditen. Die Rendite 30-jähriger Staatsanleihen erreichte mit 5,18% den höchsten Stand seit 2007, während die 10-jährige Rendite auf 4,663% anzog, den höchsten Stand seit Januar 2025. Auf der Statistikseite stiegen die schwebenden Hausverkäufe in den USA im April um 1,4%, während der Konsens lediglich ein Plus von 1% erwartet hatte.

Werte im Fokus

In Paris wurde der CAC 40 von Capgemini (+4,36%), Thales (+2,96%) und Dassault Systèmes (+2,81%) gestützt, während Saint-Gobain (-2,33%), Legrand (-2,25%) und Schneider Electric (-1,97%) mit Abschlägen schlossen.

Vallourec (-7,94%) verzeichnete den zweitgrößten Rückgang im SBF 120, nachdem ArcelorMittal den Verkauf von 10% des Kapitals der Gruppe zu einem Abschlag gegenüber dem Vortagesschlusskurs angekündigt hatte.

Andernorts in Europa kletterten Currys in London um 14%. Der britische Elektronik- und Telekommunikationshändler profitierte von angehobenen Jahresprognosen.

In Frankfurt legten Rheinmetall (+2,53%) zu, nachdem Reuters berichtete, dass die Bundeswehr die Bestellung von 2.030 Militärlastwagen im Wert von über einer Milliarde Euro plane.

An der Wall Street präsentierte sich die Tendenz zum europäischen Handelsende uneinheitlich. Gegen 17:45 Uhr gab der Nasdaq um 1,03% nach, belastet durch Gewinnmitnahmen bei Technologie- und Halbleiterwerten. Alle Blicke richten sich nun auf Nvidia, deren Quartalsergebnisse, die am Mittwoch nach US-Börsenschluss erwartet werden, von den Anlegern besonders genau unter die Lupe genommen werden.

Der US-Konzern, mittlerweile das wertvollste Unternehmen der Welt, dürfte dank des Booms der künstlichen Intelligenz erneut sehr solide Zahlen vorlegen. Die Märkte hinterfragen jedoch die Fähigkeit des Unternehmens, seine marktbeherrschende Stellung gegenüber anderen Tech-Giganten zu behaupten, die mittlerweile eigene Chips entwickeln, um KI-Systeme in Echtzeit zu betreiben.

Am Devisenmarkt gab der Euro gegenüber dem Dollar um 0,50% auf 1,1596 Dollar nach.