Europäische Standardwerte steuern auf das kräftigste Gewinnwachstum seit dem vierten Quartal 2022 zu. Dies geht aus den jüngsten LSEG I/B/E/S-Daten vom Donnerstag hervor, wenngleich bei den Umsätzen weiterhin mit einem Rückgang gerechnet wird.

Getragen von außergewöhnlichen Gewinnen im Energiesektor und einer besser als erwartet ausgefallenen Performance der Finanzinstitute dürften die Gewinne der europäischen Blue Chips im ersten Quartal im Durchschnitt um 11,5% gegenüber dem Vorjahr gestiegen sein.

Diese Prognose basiert auf den Ergebnissen von 265 Unternehmen aus dem Benchmark-Index STOXX 600 sowie auf Marktschätzungen für jene Firmen, die ihre Zahlen noch nicht vorgelegt haben.

* Für europäische Blue Chips wird nun ein Umsatzrückgang von 0,4% im ersten Quartal erwartet

* Die Umsätze blieben in sieben der letzten acht Quartale hinter der Gewinnentwicklung zurück

* Die Unternehmen haben in den letzten Jahren Maßnahmen zur Bewältigung der wirtschaftlichen Abkühlung ergriffen, indem sie zur Ergebnisverbesserung ihre Kosten optimierten

* Bei den europäischen Energieriesen wird ein Gewinnplus von 50,4% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erwartet, was auf die kriegsbedingt höheren Ölpreise im Nahen Osten zurückzuführen ist

* Vor Ausbruch des Konflikts war noch ein Rückgang von 2% prognostiziert worden

* Auch der europäische Finanzsektor hat die Erwartungen übertroffen; laut I/B/E/S-Daten meldeten 68% der Unternehmen Gewinne oberhalb der Schätzungen

* Der Immobiliensektor hingegen steuert auf Gewinne zu, die 23,9% unter dem Vorjahresniveau liegen

* Der STOXX 600 Index ist seit Jahresbeginn um 4% gestiegen, notiert jedoch weiterhin rund 3% unter dem Niveau vor Kriegsbeginn

* Norwegische und spanische Unternehmen im Index dürften mit 56,3% bzw. 31,5% das höchste durchschnittliche Gewinnwachstum erzielen

* Demgegenüber wird bei portugiesischen und dänischen Firmen mit einem Gewinnrückgang von 34,3% bzw. 8,5% gerechnet