Der breit gefasste STOXX 600 schloss kaum verändert bei 612,79 Punkten. Die regionalen Indizes entwickelten sich uneinheitlich: Während italienische Aktien um 0,8% zulegten, gab der französische CAC 40 um 0,7% nach.
Luxuswerte führten die Verliererliste mit einem Minus von 3,4% an und markieren damit die schwächste Sektor-Performance im STOXX 600 seit Jahresbeginn. LVMH büßte mehr als 4,4% ein, während Hermes und Burberry jeweils um über 3,3% nachgaben.
Die Analysten von Berenberg merkten an, dass der Nahost-Konflikt die Tatsache verschleiere, dass die globale Grundnachfrage weiterhin schwach sei, was die Aussichten für den Sektor fragil mache.
Die globale Unsicherheit blieb hoch, nachdem Präsident Donald Trump die iranische Reaktion auf einen US-Friedensvorschlag prompt zurückgewiesen hatte. Dies schürte die Sorge, dass sich der seit zehn Wochen andauernde Konflikt weiter hinziehen, den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus lähmen und die Ölpreise auf hohem Niveau halten könnte.
'Der Energiepreis wird noch eine Weile erhöht bleiben, und ich habe das Gefühl, dass die Märkte dies ein wenig als gegeben hinnehmen', sagte Jeremy Batstone-Carr, Europastratege bei Raymond James.
'Die eigentliche Geschichte spielt sich nicht beim Rohölpreis ab, sondern bei den Preisen für Diesel und Kerosin. Wir beobachten derzeit, wie sich die Crack-Spreads ausweiten.'
Reise- und Freizeitwerte gehören mit einem Minus von mehr als 7% zu den größten Verlierern des laufenden Jahres.
Der Krieg hat die Straße von Hormus blockiert, einen lebenswichtigen Seeweg für ein Fünftel der weltweiten Energieströme. Die explodierenden Ölpreise verstärken die Sorgen über die Auswirkungen des Konflikts auf Inflation und Wirtschaftswachstum.
Das energieabhängige Europa bleibt anfällig. Die Märkte notieren weiterhin rund 4% unter dem Vorkriegsniveau und hinken den globalen Wettbewerbern hinterher, die von der Euphorie um Künstliche Intelligenz profitieren konnten.
Martin Kocher, Mitglied des EZB-Rat, warnte, dass die Europäische Zentralbank die Zinsen bald anpassen müsse, sollte sich der Inflationsausblick nicht deutlich verbessern.
Die Geldmärkte preisen für dieses Jahr zwei oder mehr Zinserhöhungen durch die EZB ein, wobei der erste Schritt bereits für Juni erwartet wird.
Ein Kursplus von 2,6% bei Bergbauwerten, die von höheren Edelmetallpreisen profitierten, konnte die Verluste teilweise kompensieren.
Unter den Einzelwerten sprangen Delivery Hero um mehr als 18% nach oben. Der niederländische Technologieinvestor Prosus verkaufte eine 5%-Beteiligung an dem deutschen Essenslieferanten für rund 335 Millionen Euro (393 Millionen Dollar) an den aktivistischen Investor Aspex Management.
Airtel Africa kletterten um 14,5%, nachdem die Muttergesellschaft Bharti Airtel Pläne zur Überprüfung der Beteiligungsstruktur ihrer Tochtergesellschaft angekündigt hatte.

















