Europäische Aktien haben am Donnerstag fester geschlossen, nachdem die Ergebnisse des KI-Vorreiters Nvidia die Sorgen um eine KI-Blase zerstreut hatten. Die Gewinne wurden jedoch im Verlauf des Handelstags wieder etwas abgegeben, da die Unsicherheit über den weiteren Kurs der US-Geldpolitik die Anlegerstimmung belastete.
Der gesamteuropäische STOXX 600 beendete den Handel mit einem Plus von 0,4 % bei 563,94 Punkten. Auch andere große regionale Indizes legten zu: In Deutschland und Frankreich stiegen die Leitindizes um 0,5 % beziehungsweise 0,3 %.
Die über den Erwartungen liegenden Quartalsergebnisse des Chipherstellers Nvidia sowie der positive Ausblick kamen für Anleger zur rechten Zeit, nachdem in den vergangenen Wochen Sorgen über eine mögliche KI-Blase die Märkte verunsichert hatten.
"Was uns am Technologiesektor und an Nvidia begeistert, ist, dass die Nachfrage nach KI weiterhin größer ist als das Angebot. Die Investitionsausgaben, über die sich der Markt zum Teil Sorgen macht, bleiben also hoch", sagte Marija Veitmane, Leiterin der Aktienanalyse bei State Street Global Markets.
"Die Nvidia-Ergebnisse deuten darauf hin, dass diese Gewinne wahrscheinlich stark und sehr sichtbar bleiben werden - das ist eine starke Unterstützung für den Aktienmarkt."
US-ARBEITSMARKT BLEIBT SCHWACH
Unterdessen zeigten neue Daten, dass das Beschäftigungswachstum in den USA im September zwar anzog, die Arbeitslosenquote jedoch auf 4,4 % stieg. Dies deutet darauf hin, dass die Bedingungen am Arbeitsmarkt weiterhin schleppend sind. Händler setzten darauf, dass die US-Notenbank Federal Reserve im Dezember auf eine Zinssenkung verzichten wird.
Der europäische Technologieindex gab einen Teil seiner Gewinne wieder ab und schloss mit einem leichten Plus von 0,1 %.
"Wir sehen, dass europäische Technologiewerte von der allgemeinen Begeisterung für den Technologiesektor erfasst werden", sagte Laura Cooper, Leiterin Makro-Kredit bei Nuveen.
Hersteller von KI-Ausrüstung, die vom Technologiebereich profitieren konnten, wie Siemens Energy, legten um 2,9 % zu.
Der europäische Verteidigungsindex stieg um 1,3 %, nachdem er am Mittwoch angesichts neuer US-geführter Bemühungen zur Beendigung des Russland-Ukraine-Kriegs fast 3 % verloren hatte. Rheinmetall gewann 2,6 %, Leonardo legte um 2,9 % zu.
Bankaktien stiegen um 0,8 %, während der Energiesektor um 1,1 % zulegte.
Europäische Autoaktien verloren hingegen 1,4 %. Der französische Autozulieferer Valeo brach um 13 % ein, nachdem das Unternehmen eine mittelfristige Prognose unter den Erwartungen bekanntgab. Der Mediensektor gab 1,9 % nach.
Zu den weiteren Bewegungen zählte BNP Paribas, deren Aktie um 4,4 % zulegte, nachdem die französische Bank ihr Ziel für die CET1-Quote - ein Maßstab für die finanzielle Stabilität - bis 2027 auf 13 % anhob.
Die Aktien von Games Workshop erreichten ein Allzeithoch und stiegen um 13,5 % nach einer starken Halbjahresprognose. Halma kletterte um 9,2 % nach Anhebung der Jahresumsatzprognose.
JD Sports Fashion verlor 3,9 %, nachdem das Unternehmen einen Jahresgewinn am unteren Ende der Markterwartungen prognostizierte.
Daten zeigten zudem, dass das Verbrauchervertrauen im Euroraum im November mit -14,2 stabil blieb.



















