An der makroökonomischen Front hat die Weltbank ihre globale Wachstumsprognose für 2026 auf nunmehr 2,5% nach unten korrigiert und verwies dabei auf die Auswirkungen des Konflikts im Nahen Osten. Die Institution betonte, dass eine Verschärfung der Spannungen, einhergehend mit einem erneuten Anstieg der Energiepreise und finanziellen Turbulenzen, das Wachstum auf 1,3% drücken könnte.

Unterdessen hat die EZB ihre Leitzinsen um 25 Basispunkte angehoben und den Einlagensatz auf 2,25% festgesetzt. Dies ist die erste Erhöhung seit September 2023. Damit ist sie nach Norwegen und Australien die dritte G10-Zentralbank, die ihre Geldpolitik seit Beginn des Konflikts zwischen dem Iran und Israel gestrafft hat.

Für Juliette Cohen, Strategin bei CPR Asset Management, spiegelt die von der EZB angekündigte Zinserhöhung den Willen wider, auf einen Energieschock zu reagieren, dessen Auswirkungen nach und nach auf die gesamte Wirtschaft ausstrahlen. Sie stellt jedoch fest, dass die Institution keine weiteren Hinweise auf die künftige Ausrichtung ihrer Geldpolitik gegeben hat. In diesem Zusammenhang dürften die Entwicklung des Konflikts im Nahen Osten und die kommenden Inflationsdaten entscheidend für die Juli-Sitzung sein.

Konstantin Veit, Portfoliomanager bei PIMCO, ist hingegen der Ansicht, dass es sich bei dieser Entscheidung eher um eine Anpassung zur Verankerung der Markterwartungen handelt als um den Beginn eines echten geldpolitischen Straffungszyklus.

In den USA lieferten die veröffentlichten Indikatoren widersprüchliche Signale. Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stiegen stärker als erwartet, was auf eine graduelle Abkühlung des Arbeitsmarktes hindeutet. Gleichzeitig zogen die Erzeugerpreise im Mai deutlich an, was die Sorgen vor einer anhaltenden Inflation schürte und die vorsichtige Haltung der Fed bestärkte.

Trump will Iran am Abend „sehr hart“ treffen

Die geopolitischen Spannungen blieben im Mittelpunkt des Interesses, nachdem der Iran die Schließung der Straße von Hormus angekündigt hatte und Donald Trump neue Drohungen über Luftschläge aussprach, was die Furcht vor einer weiteren regionalen Eskalation schürte. Der US-Präsident drohte mit neuen Angriffen gegen den Iran und erklärte auf seinem sozialen Netzwerk, dass die USA das Land am Abend „sehr hart“ treffen würden.

Unternehmensnachrichten

Der Pariser Leitindex wurde von STMicroelectronics (+5,74%) und Schneider Electric (+2,56%) gestützt.

Hugo Boss kletterte in Frankfurt um 9%, nachdem die Frasers Group ein Übernahmeangebot in Höhe von fast 2 Mrd. EUR angekündigt hatte. Wizz Air (+4,86%) stach ebenfalls hervor, nachdem das Unternehmen einen Jahresgewinn leicht über den Erwartungen gemeldet hatte.

Am Devisenmarkt gab der EUR um 0,12% auf 1,1519 USD nach.