An der Wall Street notieren die Indizes im Minus. Der Dow Jones gab gegen 17:45 Uhr um 0,15% nach.

Vor dem Hintergrund anhaltender geopolitischer Spannungen im Nahen Osten berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim unter Berufung auf informierte Kreise, dass die USA einer Aufhebung der Sanktionen auf iranisches Öl zugestimmt hätten. Infolgedessen gaben die Rohölpreise am Rohstoffmarkt nach dieser Meldung zunächst nach. Nach 17:45 Uhr legten sie jedoch leicht zu. Ein Barrel der Sorte Brent verteuerte sich um 0,44% auf 110,92 Dollar. WTI gewann 0,44% auf 102,90 USD.

Parallel dazu kletterten die Anleiherenditen heute Morgen auf Niveaus, die seit Jahrzehnten nicht mehr erreicht wurden. Die Rendite der 10-jährigen französischen Staatsanleihe stieg im Sitzungsverlauf auf über 3,964% und bewegte sich damit auf Ständen wie zuletzt im Mai 2009. Das deutsche Pendant kletterte auf über 3,17%, den höchsten Stand seit April 2011.

Neben den Nachrichten zum 'schwarzen Gold' erholten sich die europäischen Märkte weiter. Die Stimmung entspannte sich nach der Bekanntgabe eines neuen iranischen Vorschlags, der über Pakistan an die USA übermittelt wurde. Dies schürte die Hoffnung auf einen glimpflichen Ausgang des Konflikts im Nahen Osten, der nun in seinen 80. Tag geht. Ein hochrangiger iranischer Beamter soll Reuters am Montag erklärt haben, dass Washington seine Position in einigen Punkten gelockert habe.

Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon verlängert

Bezüglich der Entwicklung des Konflikts gaben die USA am Freitag die Verlängerung einer seit dem 17. April geltenden Waffenruhe zwischen Tel Aviv und Beirut um 45 Tage bekannt. Diese Entscheidung fiel am Ende eines zweiten Verhandlungstages zwischen Israel und dem Libanon in Washington.

Donald Trump bekräftigte unterdessen seine Drohungen gegen den Iran. Der US-Präsident signalisierte auf der Plattform Truth Social, dass 'vom Iran nichts mehr übrig bleiben wird', sollte Teheran kein Abkommen mit den USA unterzeichnen. 'Für den Iran läuft die Zeit ab, und (die Iraner) täten gut daran, schnell zu handeln', erklärte er.

Auf der Gegenseite gab Teheran offiziell die Gründung einer Behörde zur Verwaltung der Strasse von Hormus bekannt, einem strategischen Seeweg für den weltweiten Kohlenwasserstoffhandel.

Die 'Persian Gulf Strait Authority' (#PGSA) verfügt nun über ein offizielles Konto, auf dem sie 'Echtzeit-Updates zu den Operationen' in der Meerenge bereitstellen wird. Die Ankündigung wurde vom Nationalen Sicherheitsrat und der Marine der Revolutionsgarden in den sozialen Medien geteilt.

In diesem Kontext kommen die G7-Finanzminister bis Dienstag in Paris zusammen, um die wirtschaftlichen Folgen des Konflikts und der Blockade der Strasse von Hormus durch den Iran zu bewerten.

Publicis, Teleperformance und Ryanair rücken in den Fokus

Publicis (+6,02%) stach in Paris hervor und schloss an der Spitze des CAC 40. Der französische Werberiese verzeichnete Kursgewinne nach der Übernahme des US-Unternehmens LiveRamp (ein US-Anbieter von Software-as-a-Service (SaaS) für Datenkonnektivität) für 2,2 Milliarden Dollar im Rahmen einer reinen Bartransaktion. Die Gruppe unter dem Vorsitz von Arthur Sadoun bestätigte ihre Ziele für 2026 und hob ihre Ambitionen für 2027-2028 an. Erwartet wird nun ein Nettoumsatzwachstum zwischen 7% und 8%, gegenüber zuvor 6% bis 7%.

Zudem legte Teleperformance (+8,35%) kräftig zu und belegte den ersten Platz im SBF 120, gestützt durch den Start einer Anleiherefinanzierung zur Optimierung der Schuldenstruktur. Der Titel profitierte zudem von ermutigenden Kommentaren von Goldman Sachs. Die US-Bank hob ihr Kursziel für die Aktie von 60 auf 67 Euro an. Obwohl die Analysten ihr neutrales Votum beibehalten, rechnen sie mit einer Belebung der Geschäftstätigkeit im Laufe des zweiten Halbjahres 2026.

In Europa kletterte die irische Fluggesellschaft Ryanair (+4,86%) dank einer starken Ergebnisentwicklung. Der Nettogewinn nach Steuern (und vor Sondereffekten) belief sich im zum 31. März endenden Geschäftsjahr 2026 auf 2,26 Milliarden Euro, was einem Anstieg von 40% innerhalb eines Jahres entspricht. Damit lag das Ergebnis über dem Konsens von 2,16 Mrd. EUR. Der Jahresumsatz stieg um 11% auf 15,54 Mrd. EUR und übertraf damit die Erwartungen von 15,47 Mrd. EUR. In einer Analystenkonferenz bestätigte CEO Michael O'Leary jedoch, dass es angesichts der Spannungen im Nahen Osten und der Schliessung der Strasse von Hormus 'viel zu früh' für eine Jahresprognose sei.

Auf der statistischen Agenda standen am Montag keine Termine. Anleger werden morgen Indikatoren zur Lage des US-Immobilienmarktes und am Mittwoch die britischen Inflationsdaten für April zur Kenntnis nehmen. Am Donnerstag werden die PMI-Daten für den Dienstleistungssektor und das verarbeitende Gewerbe für Mai für Frankreich, Deutschland, Grossbritannien und die USA veröffentlicht.