Die Anleger richten ihren Blick weiterhin auf die Spannungen im Nahen Osten im Vorfeld eines mit Spannung erwarteten Treffens zwischen Donald Trump und Xi Jinping in China. Für zusätzliche Zurückhaltung sorgen zudem die enttäuschenden Inflationsdaten aus den USA.
„Das Worst-Case-Szenario, also ein Ende der Waffenruhe, würde den Konflikt auf längere Sicht festschreiben und die Risikoaversion der Investoren verstärken. Ein anhaltender Energieschock wirkt wie eine Steuer auf die Nachfrage und belastet die Margen der Unternehmen“, erklärt Loic Bécue, Fondsmanager bei Sienna IM.
Die Werte im Fokus
Im Leitindex setzte sich Merck KGaA mit einem Plus von 7,5 % an die Spitze. Der Pharma- und Spezialchemiekonzern aus Darmstadt trotzte starken negativen Wechselkurseffekten und Umsatzrückgängen bei wichtigen Medikamenten. Operativ verdiente Merck mehr als erwartet. Der neue Konzernchef Kai Beckmann hob daraufhin die Prognose an.
Auch Eon zeigte sich stark: Die Aktie gewann 4 %, nachdem der Energiekonzern mit seinen Quartalszahlen ebenfalls die Erwartungen übertroffen hatte. Der Mittelwert der Jahreszielspanne für das operative Ergebnis dürfte unter Anlegern den Eindruck verstärken, dass die Prognose konservativ ist.
RWE-Anteile gaben nach Vorlage der Dreimonatszahlen dagegen um 0,4 % nach.
Geringere Versicherungsschäden und ein starkes Fondsgeschäft bescherten der Allianz einen überraschend kräftigen Jahresstart. Die Aktie legte um 1,5 % zu.
Ebenfalls um 1,5 % stieg die Deutsche Telekom. Das Wachstum von T-Mobile US, der wichtigsten Sparte des Konzerns, verhalf der T-Aktie zu einem starken Jahresauftakt. Zudem wurde die Prognose leicht angehoben.
Auch TUI gewinnt hinzu (+1,63 %), nachdem der Konzern einen geringeren bereinigten operativen Quartalsverlust als vom Markt erwartet ausgewiesen hat.
Siemens-Anteile verloren hingegen 0,3 %. Der Technologiekonzern überzeugte zwar mit Aufträgen im Bereich Rechenzentren. In der Industrieautomatisierung blieben die Bestellungen jedoch hinter den zuletzt gestiegenen Erwartungen der Investoren zurück.
Adecco bricht in Zürich um mehr als 10 % ein. Belastend wirkt eine unter den Erwartungen liegende Bruttomarge – trotz eines organischen Umsatzwachstums über den Analystenschätzungen.
Mehrere Konjunkturdaten im Fokus
Die Industrieproduktion in der Eurozone ist im März schwächer gestiegen als erwartet, wie die am Mittwoch veröffentlichten Daten von Eurostat zeigen. Sie legte um 0,2 % zu, während von Reuters befragte Ökonomen mit einem Anstieg von 0,3 % gerechnet hatten. Im Februar hatte die Produktion ebenfalls um 0,2 % zugelegt. Der Wert wurde nach unten revidiert, nachdem zunächst ein Plus von 0,4 % gemeldet worden war.
Die Verbraucherpreise in Frankreich stiegen im April 2026 um 2,2 % und damit deutlich stärker als im März mit 1,7 %, wie das Statistikamt Insee bestätigte. Damit wurde die am 30. April veröffentlichte Schnellschätzung in zweiter Lesung bestätigt.
Um 14.30 Uhr richten sich die Blicke der Marktteilnehmer schließlich auf die US-Erzeugerpreise, die um 0,5 % steigen sollen, sowie auf die Entwicklung der amerikanischen Rohöllagerbestände.
Am Devisenmarkt verliert der Euro 0,25 % auf 1,1706 US-Dollar.



















