Die europäischen Märkte profitierten von einer Beruhigung der Sorgen im Technologiesektor, im Vorfeld der mit Spannung erwarteten Zahlenveröffentlichung von Nvidia heute Abend um 22 Uhr (französischer Zeit).

An der Wall Street folgten die US-Börsen dem Trend: Der Dow Jones stieg um 0,39 %, einen Tag nach der Ansprache von Donald Trump, der gemäß der amerikanischen Verfassung zur Lage der Nation sprach.

Seine feierliche Rede vor dem Repräsentantenhaus und dem Senat zu Beginn seiner zweiten Amtszeit stellte einen Schüsselmoment im politischen Leben jenseits des Atlantiks dar. Der Bewohner des Weißen Hauses legte dabei seine Vision und künftigen Projekte für das Land dar.

Diese Rede, die in diesem Jahr unter dem Motto "Amerika mit 250 Jahren: stark, wohlhabend und respektiert" stand, erfolgte wenige Tage nachdem der Oberste Gerichtshof einen Teil der von US-Präsident Donald Trump verhängten Zölle für rechtswidrig erklärt hatte.

In seiner Ansprache rühmte der US-Präsident seine Wirtschaftspolitik und sprach von einer "beispiellosen Transformation und einer historischen Erholung" des Landes, auch wenn 47 % der Amerikaner der Meinung sind, dass ihre Kaufkraft seit seiner Rückkehr ins Amt im Januar 2025 gesunken ist (laut einer von YouGov für das Finanzmedium MarketWatch durchgeführten Umfrage).  

Seb baut Stellen ab, Bic bricht ein

Auf Unternehmensseite wurden gestern und heute Morgen zahlreiche Ergebnisse auf dem Alten Kontinent veröffentlicht.

Seb (+4,90 %) gehörte nach besser als erwarteten Jahreszahlen 2025 zu den stärksten Gewinnern im SBF 120. Der auf Haushaltsgeräte spezialisierte Konzern kündigte gleichzeitig ein Sparprogramm an, das bis zu 2 100 Stellenstreichungen vorsieht.

Bic (-7,52 %) stürzte ab und war Schlusslicht im SBF 120. Der weltweit führende Hersteller von Schreibwaren, Feuerzeugen und Rasierern gab erwartungsgemäß an, dass das Geschäftsjahr 2025 schwierig verlief, beobachtete jedoch eine Verbesserung der Dynamik im zweiten Halbjahr. Im Gesamtjahr sanken die Erlöse des Konzerns bei konstanten Wechselkursen um 0,9 % auf 2,090 Mrd. EUR. Die Bruttomarge fiel von 50,2 % auf 48,8 %, was auf gestiegene Rohstoff- und Stromkosten sowie negative Auswirkungen von Zöllen und Währungsschwankungen zurückzuführen ist.

Interparfums (-3,03 %) gab nach. Der Nettogewinn des Konzerns sank für das Jahr 2025 um 3 % auf 126,6 Mio. EUR, belastet durch Zölle. Die Bruttomarge verringerte sich um knapp einen Prozentpunkt auf 64,7 %, bei einem Umsatzanstieg von 2 % auf 899,4 Mio. EUR in einem Umfeld, das "von zahlreichen exogenen, geschäftsschädigenden Faktoren geprägt" war.

Schlechte Nachrichten für Diageo

Zudem verloren Pernod Ricard und Remy Cointreau 7,93 % bzw. 5,94 % im Sog von Diageo (-12,59 %, größter Verlierer im FTSE 100). Der britische Wein- und Spirituosenhersteller präsentierte am Mittwoch schlechter als erwartete Halbjahreszahlen, senkte erneut seine Prognosen für das Geschäftsjahr 2025/2026 und kündigte eine Halbierung der Dividende an.

Im Gegensatz dazu legten Bankwerte (Crédit Agricole, Société Générale) im Fahrwasser von HSBC (+7,59 %) zu. Die britische Bank rechnet für die Geschäftsjahre 2026 bis 2028 mit einer Eigenkapitalrendite (ROTE) von mindestens 17 % (ohne außergewöhnliche Faktoren) – ein nach oben angepasstes Ziel, das "die Dynamik der Ergebnisse und die Fortschritte bei der Umsetzung der Strategie widerspiegelt".

Iberdrola (+1,3 %) schloss im Plus. Der spanische Energieversorger erzielte im Geschäftsjahr 2025 einen Rekordgewinn, der um 12 % auf 6,285 Mrd. EUR stieg.

Morgen wird eine neue Serie von Jahresergebnissen die Märkte weiter bewegen. Erwartet werden unter anderem die Zahlen von Axa, Bouygues, Engie, Saint-Gobain, Stellantis, Technip Energies, Teleperformance und Veolia.

Darüber hinaus ist die Inflation im Euroraum laut endgültigen Zahlen von Eurostat im Januar auf 1,7 % im Jahresvergleich gesunken – der niedrigste Stand seit September 2024, nach 2 % im Dezember. Dieser Rückgang, der den ersten Schätzungen entspricht, bestätigt das Szenario eines Stillhaltens der Europäischen Zentralbank (EZB) bei den Zinssätzen.

Am Devisenmarkt gewinnt der Euro 0,23 % auf 1,1802 USD.