Die Index-Futures deuten auf einen ausgeglichenen Handelsbeginn für den CAC, den deutschen DAX in Frankfurt und den FTSE 100 in London hin.

Zwischen dem drastischen Einbruch der Edelmetalle und den Sorgen um die potenziell verheerenden Auswirkungen der KI auf den Softwaresektor haben die weltweiten Aktienmärkte in den vergangenen Tagen eine starke Turbulenzzone durchlaufen, was den CAC 40 jedoch nicht daran gehindert hat, sich zu behaupten.

Seit vergangenem Donnerstag ist der Pariser Index um 2,4% gestiegen und hat damit deutlich besser abgeschnitten als der S&P 500, der im gleichen Zeitraum 1,4% verloren hat. Auch der paneuropäische Europe STOXX 600 hat seinen New Yorker Konkurrenten übertroffen und in fünf Sitzungen einen Gewinn von 1,8% erzielt.

Aufgrund der Unberechenbarkeit, die die Politik der Trump-Regierung zu Beginn des Jahres 2026 prägte, taucht das Thema "Sell America" wieder auf und veranlasst Investoren dazu, US-Aktien zu verkaufen – eine Entwicklung, die bereits in den ersten Monaten des Jahres 2025 die europäischen Börsen beflügelte.

In diesem etwas chaotischen Umfeld richten sich heute alle Blicke nach Frankfurt, wo die EZB um 14:15 Uhr ihre geldpolitische Entscheidung bekannt gibt, gefolgt von der traditionellen Pressekonferenz ihrer Präsidentin Christine Lagarde um 14:30 Uhr.

Da das Szenario eines "Status quo" zum fünften Mal in Folge von den Märkten weitgehend erwartet wird, sollten die Ankündigungen der Institution keine großen Turbulenzen an den Märkten auslösen.

Die Anleger werden dennoch die Erklärungen von Christine Lagarde aufmerksam verfolgen, um Hinweise auf eine mögliche Zinssenkung in diesem Jahr zu erhalten – eine Hypothese, die zunehmend als glaubwürdig gilt, um die Stärke des Euro zu kontern, der kürzlich wieder ein fast fünfjähriges Hoch gegenüber dem Dollar bei nahezu 1,20 getestet hat.

"Laut den Sensitivitätsanalysen der EZB könnte dieser Anstieg das Wachstum und die Inflation um ein Zehntel Prozentpunkt dämpfen", erinnerten die Analysten von Oddo BHF zu Wochenbeginn.

"Wenn der Euro im Laufe des Jahres auf 1,25 steigen würde, wäre das ein Rückgang von 0,2 Prozentpunkten beim Wachstum und der Inflation", präzisiert die Privatbank.

Auch die Bank of England, die heute tagt, dürfte ihre Zinsen nach der Lockerung im Dezember unverändert lassen, da der jüngste Inflationsanstieg im Vereinigten Königreich die nächste Zinssenkung auf das Frühjahr verschoben hat.

An der Wall Street schlossen die drei wichtigsten Indizes am Mittwoch uneinheitlich, wobei der Markt besonders besorgt über die Lage der Softwarehersteller angesichts der KI-Entwicklung war – wie der Rückgang des Sektorindex IVG um mittlerweile 18% seit Jahresbeginn zeigt.

Zum Handelsschluss stieg der Dow Jones um 0,5%, während der S&P 500 0,5% verlor und der Nasdaq Composite um 1,5% nachgab.

Mit diesem erneuten Rückgang hat der technologielastige Index seine Jahresgewinne ausradiert und liegt seit dem 1. Januar nun 1,5% im Minus.

Halbleiterwerte gaben deutlich nach, nachdem AMD angekündigt hatte, seine Investitionen in KI in diesem Jahr zu erhöhen (-17% zum Handelsschluss für die Aktie), was den gesamten Technologiesektor nach unten zog (-1,9%).

"Wenn man das gestrige Marktsentiment zusammenfassen müsste, wäre es 'Softwarehersteller verkaufen' und 'Realwirtschaft kaufen'", fasst Michael Brown, Stratege bei Pepperstone, heute Morgen zusammen.

"Wir haben es mit einem Markt zu tun, der an der Oberfläche wankt, aber meiner Meinung nach in der Tiefe viel widerstandsfähiger ist", fügt der Analyst hinzu.

"Beispielsweise schlossen gestern 72% der Werte im S&P im Plus, trotz alarmierender Schlagzeilen, und die zyklischen Segmente haben erneut überperformt", erläutert Michael Brown.

Alphabet konnte die Käufer gestern Abend beruhigen, indem es Quartalsergebnisse vorlegte, die über den Erwartungen lagen, doch das enorme Investitionsvolumen für dieses Jahr (zwischen 175 und 185 Milliarden Dollar) belastete die Aktie, die im vorbörslichen Handel rund 1,6% verlor.

Im Gefolge von New York beendeten die asiatischen Indizes die Sitzung schwächer. In Tokio gab der Nikkei um 0,9% nach, während in China der CSI 300 der großen Festlandskapitalisierungen um 0,6% fiel.

Der Rückgang der Aktienmärkte begünstigt weder den Yen, der heute Morgen gegenüber dem Dollar 0,2% verliert, noch den Anleihemarkt.

Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen pendelt um 4,2750%, nachdem sie vor zwei Wochen die Marke von 4,30% überschritten hatte – dem höchsten Stand seit September letzten Jahres.

Der Abwärtstrend bleibt in Europa bestehen, wo der Bund um 0,2 Basispunkte auf etwa 2,85% fällt, während die OAT um 1,6 Basispunkte auf 3,45% steigen.

Bei den Kryptowährungen setzt der Bitcoin – der gestern die wichtige Unterstützung von 74 000 Dollar durchbrochen hatte – seine Talfahrt fort und fällt wieder unter die Marke von 72 000 Dollar, auf 71 283 Dollar (-6,6%) – der schlechteste Stand seit Anfang November 2024 und der Wahl von Donald Trump.

Experten sprechen von einem starken Liquiditätsabzug aufgrund massiver Positionsauflösungen an den Derivatemärkten, der Anfälligkeit der ETF-Spot-Flüsse und von Zwangs- oder vorweggenommenen Verkäufen hochverschuldeter Akteure wie Unternehmen, die Bitcoin auf Kredit angehäuft haben.

In Europa verspricht die Sitzung eine der geschäftigsten der Saison in Bezug auf Unternehmensberichte zu werden: Unter anderem legen BNP Paribas, BBVA, Shell und UniCredit ihre Zahlen vor.

In den USA wird der Handelstag ebenfalls sehr bewegt sein, da nach Börsenschluss die Ergebnisse von Amazon erwartet werden.