Europa dürfte schwächer starten, im Sog eines schwierigen Januars
Die europäischen Börsen werden am Montagmorgen voraussichtlich mit Verlusten in die Woche starten, im Anschluss an einen komplizierten Januar. Für die Anleger steht erneut eine ereignisreiche Woche bevor, mit der geldpolitischen Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Fortsetzung der Unternehmensberichtssaison.
Veröffentlicht am 02.02.2026 um 08:40
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Nach einer intensiven Woche, geprägt von gemischten Unternehmenszahlen, der offiziellen Ernennung von Kevin Warsh zum Vorsitzenden der US-Notenbank (Fed) sowie turbulenten Entwicklungen an den Metallmärkten, konnte der Pariser Leitindex am Freitag um 0,7% auf 8 126,53 Punkte zulegen. Dieser Anstieg reichte jedoch nicht aus, um eine dritte Woche in Folge mit Verlusten zu verhindern; auf Wochensicht verbuchte der Index ein Minus von 0,2%.
Auch in dieser Woche stehen nach den zahlreichen Ereignissen der vergangenen Tage entscheidende Termine an, insbesondere die Sitzungen der EZB und der Bank of England am Donnerstag, die im Fokus der Anleger stehen.
Mit einer Inflation im Euroraum nahe dem Zielwert von 2%, einem soliden Wirtschaftswachstum (+1,5% im Jahr 2025) und einer Arbeitslosenquote auf historischen Tiefstständen gilt es als nahezu sicher, dass die EZB auf ihrer Sitzung des EZB-Rats die Zinsen unverändert lässt.
Auch die Bank of England dürfte nach ihrer Zinssenkung im Dezember an ihrer bisherigen Linie festhalten. Allerdings könnte das Nachlassen der Inflation, die Schwäche am Arbeitsmarkt und das enttäuschende Wirtschaftswachstum im Vereinigten Königreich dazu führen, dass sie im März einen weiteren geldpolitischen Schritt in Erwägung zieht.
Auf der Statistikseite wird der US-Arbeitsmarktbericht am Freitag als wichtigster Impulsgeber der Woche erwartet. Für Januar werden 70 000 neue Stellen und eine stabile Arbeitslosenquote von 4,4% prognostiziert.
Da die US-Notenbank nun eine abwartende Haltung eingenommen hat ("wait and see"), könnte jedes neue Anzeichen einer Abschwächung am Arbeitsmarkt die Erwartungen an eine weitere Lockerung der Geldpolitik durch Jerome Powell und sein Team neu entfachen.
Die Berichtssaison dürfte zudem weiterhin die Stimmung an den Märkten bestimmen, mit den mit Spannung erwarteten Zahlen von Alphabet (Mittwoch) und Amazon (Donnerstag), aber auch von Halbleiterherstellern wie AMD und Qualcomm, die angesichts anhaltender Fragen rund um das Thema Künstliche Intelligenz besondere Aufmerksamkeit verdienen.
In Paris werden die Bilanzen mehrerer Schwergewichte aus dem Bankensektor (BNP Paribas, Crédit Agricole, Société Générale) sowie von Amundi und Vinci erwartet.
Die Märkte beobachten zudem die Entwicklungen an den Rohstoffmärkten, wo sich der Einbruch vom Freitag fortsetzt, insbesondere bei Gold und Silber.
Nachdem das gelbe Metall im Januar mit +13% die beste Monatsperformance seit 1999 verzeichnete, verliert es am Montagmorgen 7%, nachdem es die Sitzung am Freitag bereits mit einem Minus von 9% beendet hatte – der schlechteste Tagesverlust seit 2013.
Silber fällt am Morgen um weitere 9%, nachdem es am Freitag bereits um 26% eingebrochen war – der stärkste Tagesverlust aller Zeiten.
"Kein Marktteilnehmer will sich aktuell die Finger verbrennen und ein 'fallendes Messer' auffangen, was zu einem raschen Austrocknen der Liquidität und einer Verstärkung der Abwärtsbewegung führt", erklärt Michael Brown, Marktanalyst bei Pepperstone.
"Ähnlich wie die Rallye der letzten Wochen ist auch die jüngste Korrektur vermutlich zu weit und zu schnell verlaufen", beruhigt der Spezialist jedoch.
Das Brent-Öl, das im Januar mit +16,2% den stärksten Monatsanstieg seit vier Jahren verzeichnete – ausgelöst durch die Drohung eines US-Angriffs auf den Iran – verliert ebenfalls 4,5% auf 66,2 Dollar.
Zu diesem Zeitpunkt signalisieren die Index-Futures eine schwächere Eröffnung an der Wall Street mit einem Minus zwischen 0,9% und 1,7%.


















