In einer Nachricht auf der Plattform Truth Social erklärte Trump, die Vereinigten Staaten seien bereit, „jederzeit einen umfassenden Großangriff gegen den Iran zu starten“, falls keine akzeptable Einigung mit Teheran erzielt werde. Gleichzeitig sagte er vor Journalisten, die Chancen auf eine Verständigung mit dem Iran stünden „sehr gut“. Der Präsident verwies zudem auf Aussagen von Verbündeten im Nahen Osten, wonach eine Vereinbarung zur Verhinderung iranischer Atomwaffen „sehr nahe“ sei.
Washington und Teheran bleiben insbesondere beim Atomprogramm weiterhin verhärtet. Der Iran fordert nach wie vor die Freigabe eingefrorener Auslandsvermögen.
Die Islamische Republik zeigte sich zugleich entschlossen, ihre Kontrolle über die Straße von Hormus aufrechtzuerhalten, und kündigte gestern die Gründung der „Persian Gulf Strait Authority“ (PGSA) an. Die neue Behörde soll die Schifffahrt auf der strategisch wichtigen Route überwachen, über die große Teile des weltweiten Ölhandels laufen. Laut der Fachzeitung Lloyd’s List wird sie „für die Genehmigung von Schiffspassagen und die Erhebung von Transitgebühren in der Meerenge zuständig sein“.
Vor diesem Hintergrund bleiben die Ölpreise auf hohem Niveau im Aufwärtstrend. Brent-Rohöl steigt um 0,63 % auf 110,31 US-Dollar je Barrel, während WTI um 0,87 % auf 103,16 US-Dollar zulegt.
Sebastian Paris Horvitz, Forschungschef bei LBPAM, erklärte dazu, dass „die anhaltende Ölpreisschocklage infolge der Blockade bei der Öffnung der Straße von Hormus den Aufwärtsdruck auf die Energiepreise aufrechterhält, der sich inzwischen zunehmend auf das allgemeine Preisniveau ausweitet“. Bislang bleibe dieser Druck jedoch noch relativ begrenzt.
Laut dem Analysten spiegelt sich die Sorge vor einem dauerhaften Inflationsschock inzwischen klar in den Markterwartungen wider. Seit dem Anfang April geschlossenen Waffenstillstand seien die Inflationserwartungen auf beiden Seiten des Atlantiks weiter gestiegen. In den USA erhöhten sie sich um mehr als 10 Basispunkte, während der Anstieg in der Eurozone etwas moderater ausfiel.
Rheinmetall und Software legen im Dax zu
In Europa führt Currys (+12,46 %) den FTSE UK 250 an. Die Aktie steigt deutlich, nachdem der Elektronik- und Telekommunikationshändler einen Anstieg des Jahresgewinns um 18 % auf 191 Mio. Britische Pfund in Aussicht gestellt hatte. Das in London ansässige Unternehmen meldete für die 16 Wochen bis zum 2. Mai ein flächenbereinigtes Umsatzwachstum von 4 %.
Am Vormittag legte Rheinmetall in Frankfurt um mehr als 4 % zu. Hintergrund ist ein Reuters-Bericht, wonach die Bundeswehr die Bestellung von 2.030 Lastwagen im Wert von etwas mehr als 1 Mrd. Euro plant. Laut einem Entwurf des Verteidigungsministeriums für den Haushaltsausschuss des Bundestages soll die Auslieferung bis November 2026 abgeschlossen sein. Aus dem Softwarebereich verbuchten die Titel von SAP, Nemetschek und Atoss Software Gewinne zwischen 5,9 und 12 Prozent.
Adecco (-1 %) verzeichnet am Dienstag den stärksten Rückgang im Schweizer Mid-Cap-Index SMIM, nachdem UBS die Aktie abgestuft hatte. Die Bank begründet ihre Entscheidung mit einer langsamer als erwarteten Ergebnisverbesserung des Personaldienstleisters. UBS senkte die Empfehlung von „Neutral“ auf „Verkaufen“ und reduzierte das Kursziel von 21 auf 13 Schweizer Franken.
Bei den Einzelwerten gehört Vallourec (-7,79 %) am Dienstag zu den größten Verlierern im französischen SBF 120. Die Aktie des Herstellers nahtloser Stahlrohre gerät unter Druck, nachdem ArcelorMittal 23,9 Mio. Vallourec-Aktien verkauft hat. Dies entspricht rund 10 % des ausstehenden Kapitals des französischen Unternehmens. Der Platzierungspreis lag bei 24 Euro je Aktie, was einem Bruttoerlös von rund 667 Mio. US-Dollar entspricht. Die Aktie von ArcelorMittal hingegen gewinnt 1,25 % und zählt damit zu den stärksten Werten im CAC 40.
Bei den Konjunkturdaten fiel in der Eurozone der Handelsbilanzüberschuss für März besser aus als erwartet. Laut Eurostat belief er sich auf 7,8 Mrd. Euro, verglichen mit Analystenschätzungen von 5,4 Mrd. Euro und einem revidierten Vormonatswert von 11,1 Mrd. Euro.
Im Vereinigten Königreich stieg die Arbeitslosenquote im März laut Office for National Statistics von 4,9 % auf 5,0 %, während Ökonomen mit einem unveränderten Wert gerechnet hatten. Die Zahl der Arbeitslosen erhöhte sich um 26.500 Personen. Erwartet worden war ein Anstieg um 23.100, nachdem im Februar lediglich 4.900 zusätzliche Arbeitslose registriert worden waren – ein Wert, der zuvor noch mit 26.800 angegeben worden war.


















