Der polnische Einzel- und Großhändler Eurocash meldete am Montag einen Rückgang seines operativen Gewinns im dritten Quartal um 2 % auf 232,1 Millionen Zloty (63,1 Millionen US-Dollar). Hauptgründe dafür sind rückläufige Umsätze auf vergleichbarer Basis sowie starker Wettbewerbsdruck, die weiterhin die Geschäftsentwicklung belasten.

WARUM DAS WICHTIG IST
Das Ergebnis markiert ein weiteres schwieriges Quartal für die Gruppe, die Mühe hat, mit den schnell wachsenden Discount- und Convenience-Store-Betreibern in Polen Schritt zu halten.

Eurocash zählt zu den größten Lebensmittelgroßhändlern und Franchise-Betreibern im polnischen Einzelhandel, verliert jedoch zunehmend Marktanteile an Discounter wie Dino Polska sowie an Convenience-Store-Betreiber wie Zabka.

KONTEXT

Die schwachen Ergebnisse stehen im Kontrast zu den soliden Entwicklungen bei Dino Polska und Jeronimo Martins, die beide von der nachlassenden Inflation und steigenden Löhnen in Polen profitieren konnten. Jeronimo Martins, Betreiber des landesweit größten Lebensmittelhändlers Biedronka, berichtete in seinem Quartalsbericht, dass die Anhebung des polnischen Mindestlohns das verfügbare Haushaltseinkommen gesteigert und somit den Umsatz der eigenen Filialen begünstigt habe.

Im Gegensatz dazu erklärte Eurocash, dass der Rückgang der Kaufkraft der Verbraucher sowie Kostendruck infolge der Mindestlohnerhöhung weiterhin zentrale Herausforderungen für das Unternehmen darstellen.

ZAHLEN UND FAKTEN

Der Umsatz von Eurocash im dritten Quartal sank im Jahresvergleich um 4 % auf 7,94 Milliarden Zloty. Die Umsätze auf vergleichbarer Basis gingen in den wichtigsten Segmenten zurück: Im Cash&Carry-Großhandelsgeschäft betrug der Rückgang 13,1 %, in den Delikatesy Centrum-Einzelhandelsgeschäften 3,65 %.

($1 = 3,6762 Zloty)
(Bericht von Alicja Surdy, Redaktion: Milla Nissi-Prussak)