Gegen 10:30 Uhr verzeichnet der CAC40 einen Rückgang von rund 1,2% und liegt damit nahe bei 8015 Punkten, während der paneuropäische Index Euro Stoxx 50 um 1,3% nachgibt. Zur Erinnerung: Die Wall Street blieb am Montag wegen des Martin Luther King's Day geschlossen.

Zur Erinnerung: Donald Trump drohte am vergangenen Wochenende mehreren europäischen Ländern mit zusätzlichen Zollaufschlägen, um sie zur Zustimmung zu seinem Plan der Annexion Grönlands zu bewegen, was die Europäer dazu veranlasste, Gegenmaßnahmen in Erwägung zu ziehen.

Der amerikanische Präsident entfachte am Montagabend ein weiteres potenzielles Sorgenfeld, indem er drohte, eine Steuer von 200% auf französische Weine und Champagner zu erheben, weil Emmanuel Macron sich weigerte, an seinem "Friedensrat" teilzunehmen.

Nach Angaben von Edmond de Rothschild AM könnte diese schwierige geopolitische Phase ein zusätzliches ökonomisches Risiko mit sich bringen, dessen Kostenpotenzial "nicht unerheblich" sei und je nach Intensität der Zollandrohungen zwischen 0,2% und 0,5% des Wachstums betragen könnte.

"Waren und Dienstleistungen zusammengenommen bleibt die Beziehung insgesamt ausgeglichen, aber sie ist groß genug, dass eine Eskalation der Zölle unmittelbare Auswirkungen auf die industriellen Lieferketten, die Inflation und die Investitionen hätte", warnt die Vermögensverwaltung.

Das Thema Handelskonflikte dürfte den ZEW-Index, der die Stimmung der deutschen Investoren und Analysten misst und im Laufe des Vormittags erwartet wird, in den Hintergrund drängen, obwohl dieser Index normalerweise genau auf Anzeichen einer wirtschaftlichen Erholung in Deutschland beobachtet wird.

"Viel Hoffnung ruht auf dem Konjunkturpaket. Dessen Ankündigung im vergangenen Frühjahr hatte einen Anstieg des ZEW-Index (und anderer Geschäftsklimaindizes) ausgelöst, aber die jüngsten Entwicklungen sind zögerlicher geworden", erinnert Oddo BHF.

Bei den Einzelwerten in Paris gehören LVMH (-2%) und Kering (-3%) erneut zu den größten Verlierern im CAC40, besonders betroffen durch die neuen Drohungen mit Zollaufschlägen von Donald Trump.

Im Gegensatz dazu erzielt Renault (+1%) die beste Performance im wichtigsten Pariser Index. Der Autobauer hat einen Anstieg der weltweiten Fahrzeugverkäufe um 3,2% für das Jahr 2025 gemeldet, während der Markt insgesamt um 1,6% gewachsen ist.

An der Spitze des SBF 120 legt Abivax um nahezu 6% zu, nachdem laut "La Lettre" das schwedisch-britische Pharmaunternehmen AstraZeneca ebenfalls ein Interesse an einer Übernahme des französischen Biotech-Unternehmens bekundet haben soll.

Auch Virbac (+4%) hebt sich in einem schwächeren Markt ab: Der Spezialist für Tiergesundheit hat seine Umsatzzahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025 vorgelegt, die von mehreren Analysten positiv aufgenommen wurden.

Andernorts in Europa springt Wise in London um 12% nach oben, nachdem die Fintech-Firma Quartalsergebnisse über den Erwartungen veröffentlicht und ihre Jahresziele bestätigt hat, wobei sie nun eine Gewinnmarge vor Steuern am oberen Ende der Spanne anstrebt.

Im Gegensatz dazu verliert Logitech in Zürich 6%, belastet durch Aussagen von Morgan Stanley, die ihre Empfehlung für den Schweizer Hersteller von Computerzubehör und Peripheriegeräten von "Equal-weight" auf "Underweight" gesenkt haben.