Brüssel, 06. Feb (Reuters) - Die EU-Kommission will mit einem neuen Sanktionspaket den russischen Ölexport über westliche Tanker vollständig stoppen. Dies schlug Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Freitag vor. Das Paket sieht zudem neue Einfuhrverbote für Metalle, Chemikalien und kritische Mineralien im Wert von mehr als 570 Millionen Euro vor. Um die Umgehung von Sanktionen zu erschweren, sollen Banken in Drittländern ins Visier genommen und 43 weitere Schiffe der russischen Schattenflotte auf die Sanktionsliste gesetzt werden. Geplant sind darüber hinaus Strafmaßnahmen gegen 20 weitere russische Regionalbanken und gegen den Handel mit Kryptowährungen. Russland werde nur an den Verhandlungstisch kommen, wenn es unter Druck gesetzt werde, sagte von der Leyen. "Das ist die einzige Sprache, die Russland versteht."
Russland exportiert mehr als ein Drittel seines Öls mit westlichen Tankern, hauptsächlich nach Indien und China. Das Verbot würde diesen Handel beenden, der größtenteils über die Flotten von EU-Seefahrtsländern wie Griechenland, Zypern und Malta abgewickelt wird. Insidern zufolge hatten die EU und die G7 bereits im Dezember über ein solches Verbot beraten. Es sollte eine Preisobergrenze für russische Ölexporte ersetzen, um die Einnahmen zu verringern, mit denen Russland seinen Krieg in der Ukraine finanziert. Es handelt sich um das 20. Sanktionspaket seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine vor fast vier Jahren. Von der Leyen rief die Mitgliedstaaten auf, die Vorschläge schnell anzunehmen. Sie müssen von den EU-Ländern einstimmig gebilligt werden, um in Kraft zu treten.
(Bericht von Inti Landauro und Julia Payne. Geschrieben von Isabelle Noack. Redigiert von Hans BusemannBei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)





















