Die brasilianische Regierung zeigte sich am Dienstag überrascht von der Entscheidung der Europäischen Union, das lateinamerikanische Land von der Liste der zugelassenen Exporteure für bestimmte tierische Produkte zu streichen. Laut der Europäischen Kommission führt dieser Schritt ab dem 3. September zu einer weitreichenden Blockade von Lieferungen.

Brasilien erklärte in einer Stellungnahme, man werde 'alle notwendigen Maßnahmen' ergreifen, um die Entscheidung rückgängig zu machen. Für Mittwoch wurde ein Treffen mit den europäischen Behörden anberaumt, um Klärung herbeizuführen.

Ein Sprecher der Europäischen Kommission teilte Reuters gegenüber mit, dass die Maßnahme im Zusammenhang mit EU-Vorschriften stehe, die den Einsatz bestimmter antimikrobieller Substanzen bei zur Lebensmittelgewinnung genutzten Tieren einschränken.

Die Entscheidung bedeutet, dass Brasilien künftig keine Produkte wie Rindfleisch, Geflügel, Eier sowie lebende Tiere mehr in die Union exportieren darf.

Brasilien muss die Einhaltung der EU-Anforderungen für den Einsatz von Antibiotika über die gesamte Lebensdauer der Tiere nachweisen, von denen die Exportprodukte stammen. Die Ausfuhren könnten wieder aufgenommen werden, sobald die Konformität bestätigt sei, so die Kommission, die hinzufügte, dass sie in dieser Angelegenheit eng mit den brasilianischen Behörden zusammenarbeite.

Der Ausschluss von der Liste erfolgt nur wenige Tage nach dem vorläufigen Inkrafttreten des lang verhandelten Handelsabkommens zwischen der EU und dem Mercosur am 1. Mai.

Brasilien ist der weltweit größte Exporteur von tierischem Protein und laut Regierungsangaben der wichtigste Lieferant von Agrarprodukten für den europäischen Markt.